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Dynamische Unternehmen in neuem Rating an der Spitze

Die neue Dynamik der Industrie sowie die High-Tech- Branche haben das "Bilanz"-Rating 2000 der 100 erfolgreichsten Schweizer Unternehmen umgekrempelt. Innovative Industriefirmen rückten nach vorne.

Die Industriefirmen Kudelski, Serono und Straumann haben die Privatbanken Bär, Vontobel und Sarasin aus den Medaillenrängen verdrängt.

Während es 1999 noch acht Finanzdienstleister in die ersten zwölf Ränge geschafft haben, bleiben im neuen Rating des Wirtschaftsmagazins «Bilanz» nur noch die Privatbank Vontobel (4), die Credit Suisse Gruppe (5) sowie die Privatbank Sarasin (10) übrig. Nach vorne gedrängt sind vor allem technologielastige Unternehmen wie Swatch, Gretag Imaging, Swisslog, Logitech, Tecan, Saia Burgess oder Feintool.

Erste zwei Ränge für die Westschweiz

Klarer Sieger des diesjährigen Ratings ist das Waadtländer Unternehmen Kudelski, letztes Jahr noch auf Rang 9. Laut «Bilanz» gehört Kudelski zu den wenigen Schweizer Unternehmen, die im Markt neuer Technologien bereits gut etablierte Produkte vorweisen können.

Mit einem rund 90-prozentigen Umsatz- und Gewinnwachstum sei der Hersteller von TV-Decodern einer der dynamischsten Konzerne der Schweiz.

Auf Rang Zwei folgt ein weiteres Westschweizer Unternehmen, der Genfer Pharma- und Biotechkonzern Serono. Das Geheimnis für den Erfolg von Serono ortet die «Bilanz» in der vor einigen Jahren eingeschlagenen Fokussierung auf gentechnische Produkte. Steuerten diese 1996 noch ein Drittel zum Umsatz (1999: 1,6 Mrd. Fr.) bei, sind es heute sieben Zehntel.

Als Zulieferer der Biotech- und Pharmabranche profilierte sich auch die technologieorientierte Tecan. Die Herstellerin von Robotern und Geräten musste letztes Jahr einen Taucher verkraften und konnte sich erst dieses Jahr wieder in die vorderen Rängen vorarbeiten (von Rang 62 auf 11).

Geschäft mit Zahnlücken

Klar habe sich dagegen der Vormarsch der in der Herstellung von Zahnimplantaten tätigen Straumann AG abgezeichnet, schreibt die «Bilanz» weiter. Das Baselländer Unternehmen hat sich mit der Entwicklung und Herstellung von künstlichen Zahnwurzeln einen Weltmarktanteil von rund 20 Prozent erobert.

Das seit Jahren stürmische Wachstum wird nun noch durch die gute gute Wirtschaftslage verstärkt. «Falsche Zähne haben ein Stück weit Luxuscharakter», sagte dazu CEO und VR-Delegierter Andreas Stutz.

Gewinndynamik vorab bei den Kleinen

In der Gewinndynamik legten ganz allgemein vorab die kleinen, technologielastigen Unternehmen ein gewaltiges Tempo vor. Dass die beiden Grossbanken CSG und UBS bei diesem Kriterium in die Topränge vorstossen konnten, führt das Wirtschaftsmagazin «nicht primär auf unternehmerische Glanzleistungen» zurück.

Die «Bilanz» sieht die Gründe anderswo. 1996 und 1997 hätten beide Grossbanken massive Wertberichtigungen vorgenommen und Verluste ausgewiesen. 1998 hätten CSG und UBS mit unterschiedlichen Fehleinschätzungen je über 1 Mrd. Fr. in den Sand gesetzt: «Jetzt können sie dank stark gestiegenen Erträgen im Abschluss 1999 vom rechnerischen Basiseffekt profitieren.»

Mit Ausnahme der Rentenanstalt (von Rang 120 auf 41) oder Bâloise (von 106 auf 90) gehören Versicherungsgesellschaften wie Generali (von 23 auf 72) oder Zürich Allied (von 8 auf 49) sowie einige traditionelle Maschinen- und Apparatebauer wie Netstal (von 7 auf 83) oder Selecta (von 13 auf 49) zu den Verlierern.

Für das Rating der 100 erfolgreichsten Schweizer Unternehmen hat das Wirtschaftsmagazin «Bilanz» zusammen mit der KK Research 282 kotierten Gesellschaften analysiert. Es basiert auf acht Kriterien, welche die kurz- und mittelfristige Leistung der Unternehmen messen.

swissinfo und Agenturen

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