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Eisenbahn-Tunnels in der Schweiz sind sicher

Portale des Gotthard-Tunnels Keystone Archive

Rund 84 Prozent der Tunnels in der Schweiz, so das Bundesamtes für Verkehr, BAV, könnten bei einem Zwischenfall relativ rasch evakuiert werden. Bei etwa 26 von insgesamt 689 beurteilten Tunnels müssen die Bahnen zusätzliche Massnahmen ergreifen.

Nach den Brandkatastrophen, die sich 1999 in den beiden Strassentunnels Mont Blanc und Tauern ereigneten, liess Verkehrsminister Moritz Leuenberger auch die Sicherheit in den bestehenden Eisenbahntunnels untersuchen.

Problemlos sind die Kurzen

Die wichtigste Betreiberin, die SBB, ist für 250 oder 36 Prozent aller Tunnels verantwortlich. Die Untersuchung des BAV kommt zum Schluss, dass die meisten ein hohes Sicherheitsniveau aufweisen und keine ernsthaften Sicherheits-Probleme bestehen.

Bei über 80 Prozent der als «sicherheits-technisch unproblematisch» eingestuften Bauten handelt es sich gemäss BAV grösstenteils um Tunnels von höchstens 300 Metern Länge, die bei einem Zwischenfall relativ rasch
evakuiert werden könnten. Bei 84 Tunnels mit einer Länge von 300 bis 3’000 Metern sollten zusätzliche Sicherheits-Massnahmen geprüft werden.

Zur gefährlichsten Kategorie gehören 26 Tunnels, von denen die meisten über 3’000 Meter lang sind, darunter der Gotthard-Eisenbahntunnel sowie Lötschberg, Simplon und Vereina. Bei diesen erachtet das zusätzliche BAV Massnahmen als gerechtfertigt.

Die Tunnellänge hat bei der Bewertung der Sicherheit zentrale Bedeutung. Bei über 30 der untersuchten Tunnels messen die Fluchtweg-Distanzen mehr als einen und bis 9,5 Kilometer. Vorteilhafter ist die Situation laut Bundesamt für Verkehr (BAV) bei einem zweiröhrigen Tunnelsystem mit Durchgängen in Abständen von einigen hundert Metern.

Ein solches System verkürze die Fluchtdistanz markant und sei deshalb auch für
die neuen Neat-Basistunnels am Gotthard und am Lötschberg vorgesehen.

Keine besonderen Finanzierungs-Möglichkeiten

Es bleibe Aufgabe der Bahnen, die notwendigen Massnahmen zur Tunnelsicherheit in ihre Investitionsplanung zu integrieren. Den SBB zum Beispiel stehe seit 1998 ein Kredit von 45 Mio. Franken zur Verfügung.

Damit sollen bis 2005 in 27 Tunnels Fluchtwege mit Handläufen, Fluchtweg-Kennzeichnungen und Tunnel-Beleuchtungen installiert werden.

Viel sicherer als Autoverkehr

Durchschnittlich ereigneten sich im Bahnverkehr zwischen 1990 und 1997 jährlich 260 Unfälle mit 80 Verletzten und 48 Toten. Dies sind 200 bis 400 mal weniger Unfälle und Verletzte als im Strassenverkehr sowie 15 mal weniger Todesfälle.

swissinfo und Agenturen

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