Expansive Geldpolitik bringt’s
Der Wirtschafts-Dachverband Economiesuisse sieht in der Geldpolitik den entscheidenden Faktor für die Entwicklung der Konjunktur in der Schweiz.
Economiesuisse rechne für das laufende Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von etwa einem Prozent, hiess es in einem Lagebericht des Verbandes der Schweizer Unternehmen. Die Stimmungslage in der Industrie sei eher gedämpft.
Für den weiteren Gang der schweizerischen Konjunktur bleibe neben dem Anziehen der Weltwirtschaft vor allem die Fortführung der bisherigen expansiven Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) Ausschlag gebend. Damit solle den Devisenmärkten ein verlässliches Zeichen gegeben werden.
Folgenschwere Währungsschocks
Vom gegenwärtig grossen positiven Zinsdifferenzial gegenüber der Eurozone sowohl im Kurz- als auch im Langfristbereich sollte ein Druck zu einem schwächeren Franken ausgehen. Für die weitere Erholung der schweizerischen Wirtschaft sei es wichtig, dass die preisliche Wettbewerbsfähigkeit nicht durch neuerliche Währungsschocks beeinträchtigt werde, hiess es weiter.
Bei rückläufigen Erträgen und stagnierenden Umsätzen werde es für Exportfirmen immer schwieriger, Produktivitäts-Verbesserungen zu realisieren. Zu solchen Verbesserungen seien die Exporteure aber gezwungen, wenn sie die wechselkursbedingten Nachteile ausgleichen wollten.
Von zuversichtlich bis sorgenvoll
Die Stimmungslage in der Industrie sei allgemein eher gedämpft und uneinheitlich. Sie reiche von recht zuversichtlich in den Branchen Chemie und Uhren, über zurückhaltend in den Sektoren Kunststoff, Nahrungsmittel, Papier und Textil, bis zu sorgenvoll in der Maschinen-, Metall- und Elektroindustrie.
Zwar werde eine lebhaftere Nachfrage aus dem Ausland das schweizerische Exportgeschäft beleben; allerdings dürften die Absatz-Perspektiven laut Economiesuisse für die Investitionsgüter-Industrie wegen weltweiter Produktions-Überkapazitäten noch mässig bleiben.
swissinfo und Agenturen
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