Feldschlösschen baut 150 Stellen ab
Die Feldschlösschen-Getränkegruppe strafft nach der Übernahme durch den dänischen Bierbrau-Konzern Carlsberg die Strukturen. Dadurch kommt es in den kommenden Monaten zum Abbau von rund 150 der 2'400 Stellen. Etwa 40 Personen wird gekündigt.
Der Personalabbau betreffe zu einem wesentlichen Teil das Kader und das Management, sagte Stefan Kaspar, Sprecher der Feldschlösschen-Getränkegruppe am Donnerstag (09.08.). Der Abbau werde weitgehend über die natürliche Fluktuation, interne Umplazierungen sowie über vorzeitige Pensionierungen aufgefangen.
Strukturen durchleuchtet
Die Leitung der Feldschlösschen-Getränkegruppe habe in den letzten Monaten ihre Strukturen durchleuchtet. Dabei sei deutlich geworden, dass die Gruppe in mehreren Bereichen zu dezentral ausgerichtet sei. Das Potenzial für effizientere Arbeitsabläufe sei entsprechend hoch.
«Das Sparpotenzial dürfte in zweistelliger Millionen-Höhe liegen», sagte Kaspar. Die Straffung der Strukturen soll bis Ende Jahr abgeschlossen werden. Ansetzen will die Gruppe den Hebel an mehreren Stellen in der Administration und im Rechnungswesen.
Ab dem 1. Januar 2002 sollen die bisher zusammengefassten Bereiche Verkauf und Logistik getrennt geführt und in je drei Regionen eingeteilt werden. Die Zahl der Verkaufsgebiete wird gesamtschweizerisch von bisher 10 auf 18 erweitert. Dabei entfallen jedoch zwei Hierarchiestufen.
Gestrafftes Sortiment
Das bisher in den Verkaufs-Gebieten und Produktions-Stätten dezentral geführte Rechnungs-Wesen wird in Rheinfelden und teilweise in Freiburg zentralisiert. Ferner wird das umfangreiche Sortiment an Bieren, Mineralwassern, Softdrinks, Wein und Spirituosen gestrafft. Randartikel mit geringen Umsätzen verschwinden.
Details der neuen Strukturen werden in den nächsten Wochen ausgearbeitet. Das Personal ist am Donnerstagmorgen über die Massnahmen informiert worden. Die Feldschlösschen-Getränkegruppe will auch künftig weitere Potenziale für eine rationellere Herstellung und einen schlanken Vertrieb ausschöpfen.
«Verständnis aufbringen»
«Wir müssen versuchen, Verständnis aufzubringen für diese für den Weiterbestand des Unternehmens nötige Massnahme», kommentierte Hansruedi Schnyder, Rheinfelder Stadtamman, die ankgekündigten Entlassungen.
swissinfo und Agenturen
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