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Flughafen Kloten: Erweiterung verzögert

Das 317 Mio. Franken teure Gebäude wird zwar noch dieses Jahr fertig gestellt. In Betrieb genommen wird es aber nicht. Keystone Archive

Das Herzstück des 2,1 Mrd. Franken teuren Ausbaus des Zürcher Flughafens wird zwar fertig gestellt, aber vorläufig nicht in Betrieb genommen.

Die weltweite Malaise in der Flugbranche sowie das Grounding der Swissair und dessen Folgen wirken sich auf den Flughafen Zürich aus: Das 500 Meter lange, 317 Mio. Franken teure Gebäude mit Andockstellen für 27 Flugzeuge, das «Dock Midfield», wird zwar gemäss Zeitplan bis Ende November fertig gestellt. Der Verwaltungsrat habe aber beschlossen, die Inbetriebnahme um zwölf bis maximal 24 Monate zu verschieben. Dies teilte die Flughafen-Betreiberin Unique am Donnerstag mit.

Pro Jahr Einsparungen von 17 Millionen

Erst «wenn die erwarteten Verkehrsvolumen einen Betrieb der gesamten Infrastruktur wieder rechtfertigen», werde das durch eine Metro mit dem heutigen Flughafen verbundene Dock-Midfield eröffnet. Der neue Eröffnungstermin wird im Herbst 2002 bestimmt.

Mit der Massnahme spare Unique jährlich netto 17 Mio. Franken, was die Liquidität des Unternehmens verbessere. Wegen des Entscheids kann Unique vorläufig auf die Einstellung von rund 50 Angestellten verzichten, die für Unterhalt und Reinigung zuständig gewesen wären.

Zu wenig Passagiere

Die aktuellen Passagierzahlen und Flugbewegungen rechtfertigten nicht, mehr als die bestehenden zwei Fingerdocks zu betreiben. Dies hänge auch mit dem Swissair-Debakel und der Reduktion der Schweizer Langstreckenflotte von 35 auf 26 Maschinen zusammen.

Gegenüber dem Jahr 2000, als der Flughafen mit einem Passagierrekord von 23 Millionen aus allen Nähten platzte, rechnet Unique für 2002 mit nur noch 18,5 Mio. Passagieren. Dafür sei die bestehende Kapazität ausreichend, sagte Unique-Sprecher Jörn Wagenbach. Den Betrieb des Dock Midfield könne sich Unique jetzt «nicht leisten».

Sicherheit nicht genügend

Ausschlaggebend für den Entscheid sei auch die Verschärfung der Sicherheits-Massnahmen seit dem 11. September gewesen.

Auf Grund des misslungenen Sprengstoff-Anschlages vom 22. Dezember – damals hatte ein Passagier versucht, während eines Fluges Sprengstoff in seinen Schuhen zu zünden – müssen laut Wagenbach Passagiere für Flüge nach den USA, Israel, England und den Arabischen Emiraten in Einzelgates abgefertigt werden. Das Dock Midfield verfüge aber nur über ein Sammelgate. Blieben diese Sicherheitsauflagen auch in Zukunft bestehen, müsste das Dock Midfield umgerüstet werden.

Verschiebung des Ausbaus wäre teurer

Mittelfristig benötige der Flughafen die zusätzliche Kapazität, sagte Wagenbach. Deshalb werde unverändert am Bauprogramm festgehalten. Man habe das Szenario eines Bauunterbruchs beim Dock Midfield berücksichtigt und festgestellt, dass dieser teurer käme.

swissinfo und Agenturen

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