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Gotthelf im Freilichtmuseum Ballenberg

Szene aus "Käserei in der Vehfreude" auf dem Ballenberg. Keystone

Gotthelfs "Käserei in der Vehfreude" im Freilichtmuseum Ballenberg: eine gelungene Kombination, dazu brillant inszeniert vom Landschaftstheater Ballenberg - dem konnte auch der strömende Regen an der Premiere vom Mittwochabend (12.07.) keinen Abbruch tun.

Es goss in Strömen an der Premiere zu Gotthelfs «Käserei in der Vehfreude» im Freilichtmuseum Ballenberg (BE)- zumindest während der ersten Szenen.

Der Inszenierung des Gotthelf-Klassikers vermochte das garstige Wetter keinen Abbruch zu tun. Autor Heinz Stalder und Regisseur Kaspar Siegrist ist es gelungen, den Roman von Jeremias Gotthelf als Theaterstück für das Landschaftstheater Ballenberg umzusetzen – ein Stück, das wie schon andere zuvor gut auf den Ballenberg passt.

Treffende Sprachbilder

Zur Geschichte: Ein 1848 von der Obrigkeit befohlenes Schulhaus schicken die eigenwilligen Bauern in der emmentalischen Vehfreude kurzerhand bachab. Stattdessen bauen sie eine Käserei, sehr zum Missfallen ihrer Frauen.

Diese bringen ihren Unmut auf dem Dorfplatz lautstark zum Ausdruck – ein überzeugendes Schauspiel mit witzigen Dialogen. Die Autoren haben die Gotthelfschen Sprachbilder treffend eingesetzt. Als garstiges Weib überzeugt vor allem das «Dürrluft Eisi» alias Lilo Favri Christen. Der «Peterli» (Paul Eggenschwiler) ist sich schon bald des Mitleids des Publikums sicher.

«Eglihannes» ist eine der stärksten Figuren im Stück. Ein Schlitzohr am Rande der Dorfgemeinschaft, das aber den anderen Männern immer eine Nasenlänge voraus ist.

Die Bauern haben die Milch gepanscht – entsprechend geriet die Qualität des Käse. So kommen die meisten mit ihren Laiben wieder heim vom grossen Käsemarkt in Langnau. «Eglihannes» erklärt sich bereit, die minderwertige Ware in Kommission zu nehmen – nicht ohne Hintergedanken.

Die Bauern stempeln ihn bei der Auszahlung des Käsegeldes zum Sündenbock und machen ihn verantwortlich für die Misere. «Eglihannes» bezichtigt seinerseits die Bauern der Habgier und hält ihnen den Spiegel vor.

Selbstverständlich hat auch die «Käserei in der Vehfreude» ihre Liebesgeschichte. Zarte Bande entstehen zwischen des Ammanns Felix und dem Änneli vom Nägeliboden. Am Schluss erhört Änneli das Werben von Felix im Beisein der ganzen Dorfgemeinschaft. Alles wird gut und man singt gemeinsam unter dem Apfelbaum – allerdings wieder bei strömendem Regen – das Lied «Änneli wo bisch geschter gsi…».

swissinfo und Agenturen

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