Gretag verkauft Firmenteil
Verkauft wird der Bereich Professional Imaging. Die Liquiditätssituation bleibt aber angespannt. Der Personalbestand wird halbiert.
Der Bereich Professional Imaging der Bildverarbeitungsfirma Gretag wird mit rund 450 Beschäftigten an den niederländischen Kopier- und Druckspezialisten Oce verkauft.
Die Veräusserung sei im Hinblick auf eine Lösung der Finanzierungs-Probleme erforderlich gewesen, teilte Gretag am Freitag in Regensdorf (ZH) mit. Sie sei auch entscheidend für den Erfolg in den Verhandlungen mit den wichtigsten Geschäftsbanken gewesen. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Analysten schätzten den Preis auf 100 bis 150 Mio. Franken.
Entlassungen angekündigt
Gretag hat zudem mit verschiedenen Finanzpartnern eine Vereinbarung getroffen, die einen Schuldenabbau um 271 Mio. Franken und die Veränderung von Rückzahlungs-Terminen umfasst. Mit dem Geld könnten die Schulden auf 24 Mio. Franken reduziert werden. Die Liquiditäts-Situation bleibe aber angespannt.
Der zu Beginn dieses Jahres begonnene Redimensionierungs-Prozess sei bereits sehr weit fortgeschritten und soll Ende Jahr abgeschlossen sein. Die Kostenstruktur habe damit um mehr als 100 Mio. Franken gesenkt werden können. Der Personalbestand soll nach Abschluss der Restrukturierung von 2’400 im ersten Halbjahr auf rund 1’300 Beschäftigte Anfang 2002 reduziert werden.
Keine Untersuchung wegen Insider-Geschäften
Wie weiter bekannt wurde, unternimmt die Schweizer Börse keine Vorabklärungen wegen möglicher Insider-Geschäfte. In den vergangenen Tagen hatten bis zu 290’000 Gretag-Aktien pro Tag den Besitzer gewechselt. Normalerweise waren es knapp 40’000.
Der Sprecher der Schweizer Börse, Leo Hug, sagte, derzeit werde nichts unternommen. Gretag habe bereits früher angekündigt, dass sie Restrukturierungs-Massnahmen veröffentliche. Die hohen Verkaufsvolumina könnten deshalb auch Spekulations-Geschäfte sein, und diese seien nicht verboten.
swissinfo und Agenturen
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