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Hilfswerke fordern Wasser-Konvention

Die Schweiz soll sich für eine internationale Wasserkonvention einsetzen. Keystone

Die Schweizer Hilfswerke haben am Donnerstag (07.09.) vor einer Privatisierung des Wassers gewarnt. Die Schweiz solle sich für eine internationale Wasserkonvention einsetzen. Alle hätten ein Recht auf Zugang zu Trinkwasser und eine gerechte Verteilung.

Wasser sei ein Menschenrecht und keine Handelsware, erklärten sie in Bern.

1,4 Milliarden Menschen seien immer noch ohne Zugang zu Trinkwasser, sagte Werner Külling, Geschäftsleister von Helvetas, zum Auftakt der Spendenkampagne 2000 in Bern. Die Situation verschlechtere sich rasant. So leide jeder zweite Mensch in Afrika an einer Krankheit, die im Zusammenhang mit schlechtem Wasser stehe.

Das Zauberwort der Welt-Ökonomie zur Lösung globaler Probleme heisse derzeit Privatisierung, sagte Külling weiter. Auch Wasser drohe in den Strudel der Privatisierung zu geraten und zur Handelsware zu verkommen. Dies treffe vor allem die Ärmsten, welche für die Privatwirtschaft uninteressant seien. Es brauche ein stärkeres Engagement der Staatengemeinschaft, um das Recht für alle durchzusetzen.

Aus der Quelle des Lebens sei der Konfliktstoff des 21. Jahrhunderts geworden, erklärte Rosmarie Bär von der Arbeitsgemeinschaft der Hilfswerke. Wasser brauche den umfassenden Schutz durch das Völkerrecht. Es dürfe niemals zur gewöhnlichen Handelsware in Flaschen und in den Händen einiger multinationaler Konzerne werden.

Bär forderte die Schweizer Behörden auf, sich im Hinblick auf die UN-Umweltkonferenz im Jahre 2002 für eine internationale Wasserkonvention einzusetzen, analog der Klimakonvention. Zudem solle die Schweiz das Wasser als öffentliches Gut in der Bundesverfassung festschreiben. Wasser gehöre in die öffentliche Hand, in die demokratische Kontrolle der Bevölkerung, betonte Bär.

Es gelte, aus den missglückten Privatisierungen in England und zum Teil in Deutschland zu lernen, welche dort zu maroden Leitungsnetzen, zur Verschlechterung der Wasserqualität, zu Versorgungsunsicherheit und zu einer sozial unhaltbaren Preispolitik geführt hätten.

swissinfo und Agenturen

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