Hohe Sonderkosten lasten auf Sabena-Abschluss
"Die Situation ist dramatisch, aber wir glauben, wir haben die Talsohle erreicht", sagte Sabena-Chef Christoph Müller vor den Medien in Brüssel. Was die Zukunft von Sabena bei der SAirGroup anbelangt, blieb Müller indes wortkarg.
«Wir haben den Turn-Around eingeleitet, aber das ist noch nicht genug», sagte Müller am Dienstag (03.04.) an den Jahresmedienkonferenz von Sabena. Bis Ende April will das Sabena-Management einen strategischen Businessplan vorlegen, der aufzeigen soll, wie das belgische Flugunternehmen sein Überleben sichern kann.
Neue Vorgabe aus Zürich
Der Plan wird den Aktionären – der mit 49,5 Prozent beteiligten SAirGroup und dem belgischen Staat – vorgelegt. Müller verwies dabei ausdrücklich auf die von SAir-Chef Mario Corti am Montag in Zürich formulierte Vorgabe: Swissair, Crossair und Sabena müssen mindestens die Kapitalkosten wieder einfliegen.
Dabei handle es sich nicht um einen erneuten Sparplan wie «Blue Sky», sagte Müller. Sonderkosten, Aufwendungen für die Flotten-Erneuerung und Überkapazitäten drücken jedoch weiterhin auf die Finanzlage von Sabena, die im vergangenen Jahr einen Reinverlust 325 Mio. Euro (504 Mio. Franken) hinnehmen musste.
Entscheide stehen erst an
Auf die bevorstehenden Diskussionen zwischen SAir und dem belgischen Staat wollte Müller indes nicht weiter eingehen. Diese Verhandlungen würden am Ende bestimmen, zu welchem Grad Sabena in die SAirGroup integriert werde und welches deren Allianzpolitik sei, hiess es.
Zur derzeitigen Situation von Sabena verwies Müller aber auch auf die Vorzüge, die das Unternehmen besitzt: eine ausgezeichnete Lage des Hubs in Brüssel, eine starke Marktabdeckung in Europa oder eine starke Stellung im Afrika-Verkehr. Der Sparplan «Blue Sky» habe zudem bereits etliche Ergebnisse gebracht.
Hohe Sonderkosten
Beim Reinverlust von Sabena für 2000 schlagen die Sonder-Aufwendungen «für die Zukunftssicherung» mit 102 Mio. Euro. zu Buche. Der Umsatz stieg dagegen um 9,3 Prozent auf 2,44 Mrd. Euro. Beim Betriebs-Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) resultierte eine Defizit von 163 Mio. Euro, nach einem Gewinn von 15 Mio. Euro im Vorjahr.
Gleichzeitig erhöhte sich 2000 die Passagierzahl um 9,7 Prozent auf 10,9 Mio. Fluggäste. Die Auslastung verbesserte sich um 1,9 Prozentpunkte auf 67,5 Prozent. Für das laufende Jahr geht Sabena von einer nur leichten Zunahme des Flugverkehrs aus.
swissinfo und Agenturen
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