Italiens Amnestie trifft Finanzplatz Tessin
Das italienische Parlament hat am Freitag mit 270 zu 250 Stimmen eine Steueramnestie beschlossen. Die Folgen dieser Massnahme dürfte die Schweiz stark zu spüren bekommen. Auf dem Tessiner Finanzplatz befürchtet man einen massiven Geldabfluss.
Die Tessiner Bankiervereinigung (ABT) rechnet damit, dass 20 bis 30% der im Südkanton verwalteten italienischen Kundengelder legalisiert werden.
Bei den Banken gibt man sich offiziell gelassen. Die UBS sei gut auf die Steueramnestie vorbereitet, sagte Franco Morra, der CEO von UBS Schweiz, am Freitag in einem Interview mit dem «Corriere del Ticino».
Die Bank hofft, den erwarteten Abfluss von italienischen Geldern aus der Schweiz mit ihren neun Filialen in Italien wieder auffangen zu können. Laut Morra hat die UBS ihre Aktivitäten für vermögende Kunden in Italien ausgebaut.
Die Regierung Berlusconi rechnet damit, dass durch die Steueramnestie 4,5 Milliarden Euro nach Italien zurückfliessen werden. Der Grossteil des italienischen Schwarzgeldes liegt laut Schätzungen in der Schweiz.
swissinfo.ch und Agenturen
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