Keine Koalition der Gewerkschaften
In der Schweiz wird es auch in Zukunft keine Einheits-Gewerkschaft geben. Gespräche zwischen SGB, CNG und VSA blieben erneut ohne Ergebnis.
Die vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) angestrebte «grosse Koalition» der Gewerkschaften bleibt in weiter Ferne. Der Christlichnationale Gewerkschaftsbund (CNG) und die Vereinigung Schweizerischer Angestelltenverbände (VSA) sind gegen eine vertiefte Kooperation.
«Wir werden uns im Herbst wieder treffen», fasste SGB-Sekretär Serge Gaillard lakonisch das Ergebnis von Gesprächen zwischen den drei Gewerkschaften zusammen. Nicht verhehlen konnte Gaillard dabei seine Enttäuschung, dass die vom SGB angestrebte vertiefte Kooperation nicht zustande kommt.
Alternative zum SGB
Hintergrund der Gespräche ist eine verstärkte Kooperation von CNG und VSA unter einer neu zu gründenden Dachorganisation. Damit soll eine Alternative zum stark mit der SP liierten SGB geschaffen werden.
Die Neugründung von CNG und VSA weckt beim SGB Ängste. Serge Gaillard hält fest: «Wir sind für eine möglichst intensive und nach aussen sichtbare Kooperation. Dies ist in der Vergangenheit gut gelungen, wir befürchten aber, dass es in Zukunft weniger gut gelingt.»
CNG für Pluralismus
CNG-Präsident Hugo Fasel hingegen betonte die zentrale Bedeutung des Pluralismus in der Arbeitnehmer-Bewegung. Er kann die Nervosität des SGB nicht verstehen. «Der SGB verliert keine Macht auf Grund unserer Kräftebündelung», sagte Fasel.
Eine Einheits-Gewerkschaft stosse in den CNG-Verbänden auf deutliche Ablehnung. Laut Fasel könnten die Interessen der Arbeitnehmenden mit mehreren Dachorganisationen besser vertreten werden.
swissinfo und Agenturen
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