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Kuoni: Reingewinn sinkt um über 90%

swissinfo.ch

Der Reisekonzern Kuoni muss für das erste Halbjahr 2001 einen massiven Gewinneinbruch hinnehmen. Unter anderem wegen Verlusten in Skandinavien sackte der Konzerngewinn im Vergleich zum Vorjahres-Semester um 90,3% auf 2,9 Mio. Franken ab.

Kuonis Geschäfte liefen im vergangenen Halbjahr schlecht: Wie der Reisekonzern am Mittwoch (15.08.) mitteilte, rutschte dieser nur deshalb nicht in die roten Zahlen, weil Wertschriften-Bestände und die N-U-R-Neckermann-Beteiligung in Österreich verkauft wurden. Auf diese Weise gelang es, das Finanzergebnis von 18,8 Mio. auf 69,7 Mio. Franken zu steigern.

Mannigfaltige Ursachen

Der Gewinneinbruch ist grösstenteils auf Verluste in Skandinavien zurückzuführen, die sich auf 30 Mio. Franken belaufen. Als Konsequenz will Kuoni einen Airbus A330 der Apollo-Chartergesellschaft Novair verkaufen. Das Unternehmen prüft ferner den generellen Verkauf der schwedischen Tochterfirma Apollo und der dänischen Alletiders.

Auf die Gewinne gedrückt hätten aber auch Ertragseinbussen in den USA und Italien sowie einmalige Kosten für den Abbruch des gescheiterten Informatik-Projekts ACE. Das abgebrochene EDV-Auftrags-Verarbeitungssystem ACE belastete den Betriebsgewinn mit 7,8 Mio. Franken. Negativ wirkte sich ferner eine Änderung der Steuerpraxis in Grossbritannien aus.

Zu unvorhersehbaren Zusatzkosten habe schliesslich der Konflikt mit Kuoni-Verwaltungsratspräsident Daniel Affolter geführt, der am 6. Juni als Präsident und Mitglied des Verwaltungsrats zurücktrat. Affolters Abgang kostete das Unternehmen rund 4 Mio. Franken.

Hohe Erwartungen für das zweite Halbjahr

Für das zweite Halbjahr erwartet die Kuoni-Gruppe ein nur leicht unter dem guten Vorjahresresultat liegendes Ergebnis. Wegen des Rückstands in den ersten sechs Monaten werde Kuoni für das Gesamtjahr 2001 aber trotzdem ein weniger gutes Resultat als im Vorjahr erzielen.

Der Umsatz werde im laufenden Jahr knapp 4,5 Mrd. Franken erreichen. Im Jahr 2000 hatte die Gruppe 4,1 Mrd. Franken umgesetzt. Der Betriebsgewinn dürfte um knapp einen Drittel tiefer ausfallen als im Vorjahr. Damals hatte Kuoni einen Betriebsgewinn von 174,7 Mio. Franken geschrieben.

swissinfo und Agenturen

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