Lärmsanierung der Bahnen beginnt beim Rollmaterial
Bei der vom Parlament beschlossenen Lärmsanierung der Bahnen wird zuerst das Rollmaterial verbessert. Bis 2009 sollen die Schweizer Waggons umgerüstet, bis 2015 bauliche Massnahmen an den Strecken beendet sein.
Das Bundesamt für Verkehr (BAV) präsentierte am Dienstag (22.05.) vor den Medien in Olten die Gesamtplanung für den Lärmschutz auf dem schweizerischen Eisenbahnnetz.
Die vom Volk in mehreren Abstimmungen beschlossene Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene führe zu mehr Lärm an Bahnstrecken. Vorrang bei der 1,85 Mrd. Franken teuren Sanierung habe das Rollmaterial, weil so grossflächig und am raschesten der Lärm eingedämmt werden könne.
Wo diese Massnahmen an Güter- und Personenwagen der verschiedenen schweizerischen Eisenbahngesellschaften nicht ausreichten, würden parallel dazu bautechnische Massnahmen mit Lärmfenstern und Schallschutzwänden realisiert.
Die beiden Huckepack-Korridore am Gotthard und am Lötschberg sollen zuerst saniert werden. Anschliessend folgen die übrigen Strecken des gesamten Schweizer Schienennetzes.
Die Planung am Gotthard und am Lötschberg soll in vier bis sechs Jahren abgeschlossen sein. Planungsbeginn für die letzten sanierungsbedürftigen Abschnitte ist 2010.
Die Priorität für die Transit-Korridore am Gotthard und am Lötschberg wird mit dem Güterverkehr begründet, der besonders in der Nacht zu starken Belastungen führe.
Überall dort, wo die anderen Massnahmen zu wenig greifen, sind Schallschutzfenster vorgesehen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn Lärmschutzwände und -dämme zu wenig bewirken, das Ortsbild beeinträchtigen oder nicht wirtschaftlich sind. Bei Belastungen über dem Alarmwert übernimmt der Bund die vollen Kosten für den Einbau. Bei Belastungen über dem Immissionsgrenzwert trägt er die Hälfte.
Die Sanierung des Rollmaterials soll laut BAV bis 2009 abgeschlossen werden, die Erstellung der Lärmschutzwände und der Einbau der Schallschutzfenster bis 2015.
Auf die ausländischen Güterwagen hat die Schweiz laut BAV keinen direkten Einfluss. In der EU seien jedoch Bestrebungen im Gang, die Zulassung lärmarmer Bremsen und den Einsatz neuer, lärmarmer Güterwagen voranzutreiben.
swissinfo und Agenturen
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