Leichteres Reisen für behinderte Menschen
Behinderte Menschen sollen sich in Zukunft einfacher mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewegen können. Vertreter des öffentlichen Verkehrs und Behinderten-Organisationen haben erstmals gemeinsam ein Konzept erarbeitet.
Mit dem Bau von Rampen, Liften sowie erhöhten Perrons für einen ebenerdigen Ein- und Ausstieg soll den Bedürfnissen behinderter Menschen besser Rechnung getragen werden.
Dies ist das Hauptziel des Behindertenkonzepts, welches die SBB, der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) und die Fachstelle «Behinderte und öffentlicher Verkehr» am Freitag (20.07.) in Thun vorstellten.
Auch bei visuellen und akustischen Fahrgast-Informationen soll auf geh-, seh- und hörbehinderte Menschen Rücksicht genommen werden.
Relativierter Quantensprung
Das Behindertenkonzept stellt nach Meinung der Autoren einen Quantensprung im Bereich des öffentlichen Verkehrs dar. Paul Blumenthal, Leiter der Division Personenverkehr der SBB, dämpfte jedoch allzu grosse Erwartungen. Es dürften keine Wunder erwartet werden, denn dafür sei das betriebliche und finanzielle Korsett zu eng.
Der VöV will bei allen Transport-Unternehmen darauf einwirken, dass behinderte Menschen eine durchgehende Transportkette vorfinden, welche sie autonom oder mit Hilfe des Personals benützen können. Ein Beispiel dafür seien Niederflurtrams und -busse, die heute vielerorts Standard seien.
50 Prozent der rund 3’600 SBB-Wagen sind nach Angaben der SBB schon heute mit Rollstuhl-Abteilen ausgestattet. Neuere Züge verfügen zudem über rollstuhlgängige Toiletten. Behinderten stehen 161 Stützpunkt-Bahnhöfe sowie das Call Center Handicap in Brig zur Verfügung. 62 Mobilitätshelfer halfen im letzten Jahr insgesamt 32’400 Mal, den Behinderten die Reise zu erleichtern.
swissinfo und Agenturen
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