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Liquidität der Swissair nicht garantiert

Fasziniert beobachtet ein Junge auf dem Flughafen Kloten die Swissairmaschinen. Keystone

Die Swissair will bis am 27. Oktober in der Luft bleiben. Bis dahin will sie noch rund 60% der Flüge in Europa und 70% der Verbindungen nach Übersee anbieten. Die Finanzierung ist aber nicht garantiert.

Bis zum Start der neuen Fluggesellschaft (aus Crossair und Swissair-Teilen) am 28. Oktober fliegt die alte Swissair nur mit etwas mehr als halber Kraft. Im neuen, ab dem 11. Oktober gültigen Flugprogramm seien Verbindungen zu 25 europäischen und 34 interkontinentalen Destinationen enthalten (siehe Link).

Grund der Reduktion seien die nur begrenzt zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Auch der im Ausland teilweise begrenzte Gläubigerschutz spiele bei der Auswahl der Destinationen eine Rolle. Die Swissair befürchtet insbesondere in Brüssel eine Beschlagnahmung von Flugzeugen.

Keine Garantie möglich

Noch ist offen, ob die Finanzen für die Aufrechterhaltung des Flugbetriebs ausreichen. Es gebe zwar eine realistische Zuversicht, dass die 450 Mio. Franken Bundesmittel bis zum 28. Oktober genügen könnten, sagte Daniel Eckmann, Kommunikationschef des Eidgenössischen Finanzdepartementes, am Dienstag vor den Medien.

Es gebe aber keine Garantie dafür, weil allzu viele finanzielle und nachlassrechtliche Fragen offen seien. Verlässliche Zahlen und Daten gebe es erst am Sonntag. Der Bund sei im Rahmen der Task Force als Vermittler und Kontrolleur tätig und helfe mit, Flugplan und Geldplan miteinander abzustimmen.

Vom Darlehen des Bundes von 450 Mio.Franken zur Sicherung des Flugbetriebs hat die Swissair bis zum Dienstag nach wie vor 320 Mio. Franken oder gut 70% beansprucht. Dieses Geld sei erst zum Teil aufgebraucht, sagte Eckmann. Eine nächste Auszahlung aus dem Bundeskredit sei erst nächste Woche zu erwarten.

Verkaufsverhandlungen laufen weiter

Die Swissair Group versucht derzeit auch selber, ihre Finanzsituation zu verbessern. So laufen weiterhin Verkaufs-Verhandlungen für mehrere Tochterfirmen. Nach Angaben von Sprechern hat Gate Gourmet die Suche nach neuen Eigentümern intensiviert.

Für das Wartungs-Unternehmen SR Technics sind verschiedene Möglichkeiten offen, darunter auch der Verkauf an einen neuen Eigentümer. Gegenwärtig diskutiert SR Technics intensiv mit der Crossair über die Sicherstellung des technischen Unterhalts der Flotte der neuen Fluggesellschaft, sagte der Kommunikationsbeauftragte Dominik Müller.

Dem Swissair-Konzern sind allerdings die Hände gebunden. Tochterfirmen darf das Unternehmen nur noch verkaufen, wenn der Nachlassrichter seine Zustimmung erteilt.

Probleme mit verkauften Tickets

Zu einem heiklen Problem für die Kunden könnten die von der Swissair schon verkauften Tickets für die Zeit nach dem 27. Oktober werden. Swissair-Tickets seien auf Flügen von Swissair und Crossair bis zu diesem Datum gültig, teilte die Swissair mit.

Ob die Swissair-Flugscheine ab dem 28. Oktober auf dem Streckennetz der neuen Fluggesellschaft anerkannt würden, sei Gegenstand laufender Abklärungen. Gemäss Angaben von Crossair-Chef André Dosé gegenüber dem Westschweizer Fernsehen (TSR) hat die Swissair für rund 800 Mio. Franken Flug-Tickets für die Zeit ab dem 28. Oktober verkauft.

Sonderprüfung in Frage gestellt

In Frage gestellt ist aufgrund der Zahlungs-Unfähigkeit der Swissair derzeit auch die laufende Sonderprüfung. Die Wirtschaftsprüferin Ernst & Young will vom zuständigen Sachwalter insbesondere wissen, wer diese Untersuchung bezahlen soll, falls die Swissair dafür nicht aufkommen kann.

Das Unternehmen wolle den Auftrag zu Ende führen und habe die Arbeiten auch nicht niedergelegt, hielt Ernst & Young-Sprecher Markus Bernhard fest.

swissinfo und Agenturen

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