Mehrheit gegen Swisscom-Privatisierung
Jeder zweite Stimmberechtigte will, dass die Swisscom in Bundeshand bleibt: 49 Prozent sprechen sich gegen den vom Bundesrat geplanten Verkauf der bundeseigenen Swisscom-Aktien aus. Wenig Unterstützung findet auch die Gründung einer Postbank.
Zu diesen Resultaten kommt eine Umfrage im Auftrag der «Tagesschau» von SF DRS und der «SonntagsZeitung». Befragt wurden 1001 Stimmberechtigte in der Deutsch- und Westschweiz.
Für einen Verkauf der Swisscom-Aktienmehrheit des Bundes sind demnach nur 35 Prozent der Befragten, während ihn 49 Prozent ablehnen. 16 Prozent sind laut Umfrageergebnis noch unentschlossen.
Swisscom-Konzernchef Jens Alder wies in der «Tagesschau» vom Samstag (16.09.) auf die Notwendigkeit des Verkaufs der Aktienmehrheit des Bundes hin, um damit die Swisscom international allianzfähig zu machen. Heute hält der Bund gesetzlich verankert eine Mehrheitsbeteiligung von 65 Prozent der Swisscom-Aktien.
Ebenfalls Nein zur Postbank
Den Erlös des Aktienverkaufs will der Bund zur Gründung einer Postbank einsetzen. Die Gründung einer solchen Bank wird laut der selben Umfrage bloss von 23 Prozent der Befragten begrüsst, während ihn 64 Prozent ablehnen. Unentschieden sind 13 Prozent.
Post-Konzernchef Ulrich Gigy zeigte sich vom Umfrageergebnis enttäuscht. Offenbar müsse noch viel Öffentlichkeitsarbeit geleistet werden. Eine Postbank sei nötig, um die Kunden bei der Stangen zu halten und die Ertragslage der Post zu sichern, um so den Service Public ohne Subventionen anbieten zu können.
Am 6. September hatte der Bundesrat den Vorentscheid gefällt, den Verkauf der Swisscom-Aktien des Bundes und die Gründung einer Postbank Volk und Ständen vorzulegen. Abgestimmt wird über dasGeschäft voraussichtlich in zwei Jahren.
swissinfo und Agenturen
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