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NEAT-Tunnel wird teurer

Arbeiter 1997 in einem Sondierstollen bei Sedrun. Die Piora-Mulde bereitet den Verantwortlichen schon seit Jahren Kopfzerbrechen. Keystone Archive

Das Kernstück des Gotthard-Basistunnels durch die heikle Piora-Mulde wird massiv teurer als geplant. Die Offerten liegen 58 Prozent über dem Voranschlag.

Die parlamentarische Aufsicht der NEAT stellte bei der Kontrolle der drei in Frage kommenden Offerten für das Baulos 360, Tunnel Sedrun, fest, dass diese 58 Prozent über den 1991 veranschlagten Kosten von 800 Mio. Franken liegen.

Laut Ständerat Rolf Büttiker, Präsident der Aufsichtsdelegation, betragen die Preissteigerungen 400 bis 450 Mio Franken. Für den fraglichen Zeitraum werde eine teuerungsbedingte Kostensteigerung bis zu 20 Prozent als sehr gut erachtet. 20 bis 30 Prozent seien akzeptabel, darüber liegende Steigerungen aber problematisch.

Heikle Piora-Mulde

Beim Baulos Sedrun handle es sich um den schwierigsten Auftrag, da die geologisch heikle Piora-Mulde durchdrungen werde, begründete Büttiker die Aufschläge. Laut Bundesamt für Verkehr (BAV) schätzen die Bauunternehmer das Risiko wesentlich höher ein als die ursprüngliche Planung. Zudem seien Projektänderungen vorgenommen worden.

Ein weiterer Grund sei die gegenwärtige «Tunnelbau-Euphorie» in Europa, die die Preise nach oben treibe, sagte Büttiker. Laut BAV ist die angespannte Marktlage zu zwei Drittel für den Aufschlag verantwortlich.

Reserven bereits in der Planung aufgebraucht

Die Kostensteigerung führe dazu, dass aus heutiger Sicht in der heiklen Bauperiode 2005 bis 2008 die Bevorschussungs-Limite von 4,2 Mrd. Franken im Finanzierungsfonds für die Bahn-Grossprojekte aufgebraucht werde. Dies sei eine ernste Situation, weil diese Reserven damit schon in der Planungsphase völlig ausgeschöpft würden, sagte Büttiker.

Als Konsequenz werde die Aufsichtsdelegation ihre Kostenkontrolle noch verstärken. Es gebe aber keinen Grund, die Lage zu dramatisieren. Es handle sich um einen Ausreisser. Die anderen Gotthardbaulose lägen mit 15 Prozent Teuerung im guten Bereich.

Auch am Lötschberg sei alles in Ordnung. Laut BAV ist damit kein Spielraum mehr für künftige Projektänderungen vorhanden. Dies gelte auch für die Verwendung der Restmittel der ersten Etappe von Bahn 2000.

Keine Alternative

Laut AlpTransit Gotthard AG (ATG) gibt es beim Baulos Sedrun keine Alternativen, ohne die Bauzeit zu verlängern und durch höhere Bauzinsen Mehrkosten zu verursachen. Das BAV teilt diese Ansicht. Die Aufsichts-Delegation erteilte der ATG deshalb freie Hand bei der Vergabe des Bauloses.

swissinfo und Agenturen

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