Nervosität vor Börsenbeginn
Die teils drastischen Kurseinbrüche an den Börsen in Europa und den USA haben am Wochenende unter Experten und Anlegern für Nervosität gesorgt. Mehrere Analysten erwarten aber, dass am Montag (17.04.) wieder mit Kauflaune an den Börsen zu rechnen ist.
Die teilweise drastischen Kurseinbrüche an den Börsen in Europa und den USA haben am Wochenende unter Experten und Anlegern für Nervosität gesorgt. Mehrere Analysten erwarten aber, dass am Montag (17.04.) wieder mit Kauflaune an den Börsen zu rechnen ist.
Zwar würden die Aktienmärkte in Europa zunächst wohl auch vom jüngsten Abwärtssog der US-Börsen erfasst, hiess es in Analystenkreisen. Mit der zunehmenden Eigenständigkeit der Börsen werde die Entwicklung aber kaum zu hundert Prozent hinüberkommen.
«Der schlimmste Teil der Korrektur ist vorbei», sagte die Expertin der Credit Suisse First Boston, Christine Callies, dem US- Sender CBS. «Ich wäre nicht überrascht, am Montag eine Kaufbewegung zu sehen.» Ein weiterer Börsenexperte sagte, er sehe zwar eine «anhaltende Nervosität», erwarte für Montag jedoch eine «Schnäppchenjagd».
Nach Einschätzung von Experten besteht jedoch weiter die Gefahr, dass sich die negative Stimmung am Montag auf die anderen Handelsplätze der Welt übertragen könnte.
Am Freitag (14.04.) hatten vor allem die US-Kurse stark nachgegeben; auch Lateinamerikas Börsen verzeichneten Einbrüche. Am Samstag hatte sich der Abwärtstrend in Taiwan fortgesetzt.
Die Finanzminister der sieben führenden Industrienationen (G-7) und die Notenbankchefs zeigten sich am Wochenende unbeeindruckt von den Kurseinbrüchen. US-Finanzminister Larence Summers sagte dem US-Fernsehsender CNN, das Weisse Haus beobachte die Situation auf den Märkten, die «grossen Parameter» der Wirtschaft seien jedoch solide.
Auch Lynn Reaser, Chefökonomin der Bank of America, sagte am Samstag, Investoren sollten sich «zurücklehnen und einmal tief durchatmen». Die US-Wirtschaft sei dank eines soliden Wachstums, einer moderaten Preissteigerung und bedeutender Gewinne in Takt.
Rekordverlust
Die US-Technologieaktien an der elektronischen Börse Nasdaq und der Dow-Jones-Index hatten am Freitag den bislang grössten Punktverlust ihrer Geschichte erlebt. Zum Börsenschluss stand der Nasdaq-Index bei 3321,29 Punkten und hatte damit 355,49 Punkte oder 9,67 Prozent verloren.
Gemessen an seinem Höchststand vom 10. März verlor der Index damit über ein Drittel an Wert; allein in der vergangenen Woche sank der Nasdaq um ein Viertel. Der Dow-Jones-Index für 30 wichtige Industriewerte fiel um 617,78 Punkte auf 10 305,77 Zähler, was einem Minus von 5,66 Prozent entsprach.
Bei seinem zuvor schwersten Verlust nach Punkten hatte der Dow Jones während des Börsenkrachs von 1987 an einem Tag 554 Zähler eingebüsst; in Prozenten gerechnet war der Kurssturz damals noch stärker ausgefallen. Angefacht worden waren die Kurseinbrüche von den jüngsten US-Regierungsdaten zum Preisanstieg.
swissinfo und Agenturen
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