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Nestlé beteiligt sich an Bankenvergleich und Zwangsarbeiter-Stiftungen

Grafik Nestlé (Beteiligung an Bankverrgleich). Nestlé

Der Nestlé-Konzern beteiligt sich mit 25 Mio. Franken am Vergleich der Schweizer Grossbanken mit den jüdischen Klägern in den USA. Zudem sollen Solidaritätsbeiträge für die Zwangsarbeiter- Stiftungen in Deutschland und Österreich gezahlt werden.

Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé hatte bereits früher angekündigt, sich an dem von den beiden Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse Group ausgehandelten Vergleich zu beteiligen. Der New Yorker Richter Edward Korman hatte bei der Genehmigung des Vergleichs am vergangenen 26. Juli jenen Schweizer Industrieunternehmen, die sich gegen Ansprüche von Zwangsarbeitern schützen wollen, eine Meldefrist von 30 Tagen gesetzt. Nestlé teilte nun am Montag (28.08.) mit, 25 Mio. Franken an die Vergleichssumme von insgesamt 1,25 Mrd. Dollar zu zahlen.

Der Nahrungsmittelmulti geht davon aus, dass mit diesem Beitrag alle möglichen rechtlichen Ansprüche im In- und Ausland abgedeckt sind.

Nestlé kündigte weiter an, auf freiwilliger Basis würden die in Deutschland und Österreich tätigen Nestle-Gesellschaften zusätzlich und aus Solidarität mit dem Gastland einen Beitrag an die jeweiligen Landesstiftungen leisten. Nach Auskunft eines Sprechers steht der Betrag dieser Zahlungen noch nicht fest. Die Entscheide lägen in der Kompetenz der Nestlé-Gesellschaften in Deutschland und Österreich und seien noch nicht gefällt.

Moralische Verpflichtung

Einige Unternehmen der Nestlé-Gruppe, die im Zweiten Weltkrieg in nationalsozialistisch beherrschten Ländern tätig gewesen waren, hatten gemäss Nestlé Zwangsarbeiter beschäftigt. In zahlreichen Fällen hätten diese Unternehmen damals aber noch nicht zur Nestlé-Gruppe gehört, oder Nestlé sei nicht in der Lage gewesen, die Kontrolle über diese Firmen auszuüben. Als Rechtsnachfolgerin dieser Firmen will Nestlé aber seine moralische Verantwortung wahrnehmen, «einen Beitrag zur Milderung menschlichen Leidens zu leisten, zumal das Unrecht im Bereich des Unternehmens geschah», wie es in der Mitteilung heisst.

Nestlé begrüsste ausserdem den Umstand, dass die Frage der Entschädigung der Zwangsarbeiter nun abschliessend geregelt werden könne, und sprach sich für einen raschen und zielgerichteten Einsatz der Mittel aus.

Auch andere Schweizer Industriefirmen sowie mehrere Versicherungen haben ihre Beteiligung am Grossbankenvergleich beziehungsweise an der deutschen Stiftungsinitiative zugesagt. Die Zahl der Firmen, die sich bei dem für den Verteilplan zuständigen so genannten Special Master, Judah Gribetz, in New York gemeldet haben, steht noch nicht abschliessend fest. Gribetz will laut Medienberichten am kommenden 11. September zusammen mit dem Verteilplan informieren.

swissinfo und Agenturen

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