Pelli kritisiert Italien wegen Steueramnestie
Stossend und inakzeptabel sei das aggressive Vorgehen der italienischen Regierung, schreibt Fulvio Pelli. Dass die Steueramnestie nachhaltig wirkt, glaubt der freisinnige Nationalrat und FDP-Präsident indes nicht.
«Wenn die Wirkung der Steueramnestie verpufft sein wird, werden die Gelder Italien wieder verlassen. Wenn nicht Richtung Schweizer Banken, dann halt in ein anderes Land», schrieb der Präsident der Freisinnig Demokratischen Partei (FDP) Pelli am Montag in einem offenen Brief in der italienischen Zeitung «Corriere della Sera».
Nicht die Schweiz sei die Ursache für die Kapitalflucht, sondern das italienische Steuersystem. Dieses veranlasse italienische Firmen seit jeher zur Steuerhinterziehung.
Der Tessiner Wirtschaftsanwalt Pelli stört sich an der Art und Weise, mit denen die italienischen Behörden Jagd auf Steuersünder machen: Big Brother-Methoden an den Grenzübergängen und zivile Fahnder, die in der Schweiz italienischen Bankkunden nachspionierten, seien inakzeptabel.
Besonders gross ist der Ärger im Tessin, weil der italienische Finanz- und Wirtschaftsminister Giulio Tremonti erklärt hatte, Ziel der Offensive sei es, «den Bankenplatz Lugano trockenzulegen».
Ob die Sorgen der Finanzbranche berechtigt sind, wird sich zeigen. Wie viele italienische Kunden ihre im Tessin versteckten Gelder legalisieren werden, ist schwer zu prophezeien. Die Schätzungen schwanken zwischen 20 und 50%.
swissinfo.ch und Agenturen
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