Preisüberwacher verlangt tiefere Hypozinsen
Preisüberwacher Werner Marti erwartet von den Banken, dass sie ihre Hypothekar-Zinsen senken. Nach der massiven Leitzins-Senkung der Nationalbank liege ein Nachziehen der Banken auf der Hand, sagte Marti am Mittwoch. Derweil wollen die Grossbanken noch abwarten.
Er hoffe nicht, dass die Banken zuwarteten und die Hypothekar-Zinsen wie früher vom Timelag profitierten. Der Preisüberwacher und Glarner SP-Nationalrat gab sich optimistisch, dass es diesmal rascher gehe und die Banken nicht erst nach langem Druck ihre Zinsentscheide fällten.
Als erstes Geldinstitut hat die Migrosbank auf die erneute Lockerung der Zinszügel durch die Nationalbank reagiert. Sie hatte am Montag eine Senkung der Zinsen für variable Wohnbau-Hypotheken im ersten Rang um 1/8 Punkt auf 4 Prozent angekündigt.
Bei der Migrosbank, die in der Vergangenheit jeweils die Hypozins-Runden eingeläutet hat, handelt es sich um die dritte Senkung des Hypozins-Satzes im laufenden Jahr.
Banken: Zu früh
Die Kantonalbanken von Zürich und Waadt hatten am Montag eine Änderung ihrer Hypozinspolitik als verfrüht bezeichnet. Auch die Grossbanken UBS und CS wollen laut eigenen Angaben vom Mittwoch noch abwarten. Die UBS habe noch keine Senkung beschlossen, sagte Konzern-Sprecher Serge Steiner. Man beobachte die Märkte.
Ins selbe Horn stiess CS-Sprecher Georg Söntgerath: Es sei zwar gut, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Geldzügel gelockert habe. Es stelle sich aber die Frage, ob angesichts der derzeit unsicheren Lage der Druck auf die Zinsen längerfristig anhalte. «Wenn sich das über einen gewissen Zeitraum bestätigen sollte, dann ist eine Senkung der variablen Hypothekar-Zinsen ein Thema.»
Nach der Zinssenkung der SNB hatten in den letzten zwei Tagen mehrere Banken ihre Zins-Sätze für Kassenobligationen zurück genommen. Es sind dies die Credit Suisse, die Neue Aargauer Bank, die Bank Coop und die St.Galler Kantonalbank.
swissinfo und Agenturen
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