Roche: Patentstreit um Peginterferon beigelegt
Der Basler Chemiekonzern Roche und Schering-Plough haben ihren Patentstreit um den Wirkstoff Peginterferon zur Behandlung von chronischer Hepatitis-C beigelegt und einen gegenseitigen Lizenzvertrag abgeschlossen.
Die Übereinkunft gewährt beiden Unternehmen das Recht, weltweit ihre jeweiligen Peginterferon-Produkte herzustellen und zu vertreiben, ohne dabei die bestehenden Patentrechte des andern Unternehmens zu verletzen. Dies meldete Roche am Montag (13.08.). Über die finanziellen Bedingungen der Vereinbarung wurden keine Angaben gemacht.
Die beiden Konzern wollen in den USA und in Europa die gerichtliche Abweisung sämtlicher Patentklagen beantragen, die sich auf die Peginterferon-Produkte der beiden Konkurrenten beziehen. Schering-Plough werde zudem ihren beim Europäischen Patentamt hängigen Einspruch gegen das eurpäische Peginterferon-Patent von Roche zurückziehen.
Grosses Marktvolumen zu erwarten
Mit dem Prozess der Pegylierung wird ein PEG-Molekül an eine Substanz angehängt, um zu erreichen, dass sie länger im Organismus wirken kann. Dank neuen medizinischen Methoden können nun die wichtigen Wirkstoffe der Interferone mit Hilfe der Pegylierung geschützt werden.
Die Beilegung das Patentstreits zwischen Roche und Schering-Plough folgt sechs Tage nach der Zulassung des Roche-Medikaments Pegasys gegen chronische Hepatitis C in der Schweiz. Es handelt sich dabei um die erste Zulassung überhaupt.
Der potenzielle Blockbuster soll dem Basler Konzern nach Schätzungen von Analysten einen Umsatz von bis zu 1 Mrd. Franken bringen.
In weiteren Ländern sind Zulassungsgesuche noch hängig. In den USA hatte die Gesundheitsbehörde FDA im April vor einem Entscheid noch weitere Informationen verlangt.
swissinfo und Agenturen
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