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SBB beteiligen sich mit 34 Prozent an der Lötschbergbahn BLS

Vereinbarung über die künftige Zusammenarbeit SBB-BLS. Keystone

Die SBB beteiligen sich künftig mit 34 Prozent an der Lötschbergbahn BLS. Die BLS übernimmt die von der SBB betriebenen Linien der S-Bahn Bern. Im Gegenzug sind die SBB für den gesamten Fernverkehr und das Netzmanagement beider Bahnen zuständig.

Die künftige Zusammenarbeit zwischen Schweizerischen Bundesbahnen SBB und der BLS wurde in einem «Letter of Intent» geregelt. Diese von beiden Parteien unterzeichnete Absichtserklärung wurde im Rahmen einer Medienkonferenz am Donnerstag (17.08.) in Bern vorgestellt.

Als eines der Kernelemente wurde darin festgeschrieben, dass die SBB in Schritten eine «substanzielle Mehrheitsbeteiligung» der BLS erwerben wollen. Konkret geht es um eine Übernahme von 34 Prozent der Aktien von den Hauptaktionären.

Weiterer Rückzug des Kantons bei Bedarf

Grösster Aktionär ist mit 65 Prozent zur Zeit der Kanton Bern. Er wolle seine Kapitalbeteiligung an der BLS schrittweise auf 51 Prozent reduzieren, wie die Berner Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Dori Schaer-Born an der Medienkonferenz sagte. «Im Dienste eines optimalen öffentlichen Verkehrs und wenn es für die BLS von Nutzen ist» sei der Kanton Bern allenfalls bereit, seine Kapitalbeteiligung noch weiter zu reduzieren.

Der Berner Regierunsrat hat der Vereinbarung laut Schaer-Born am Mittwoch zugestimmt.

Auch das Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) stellt sich hinter die Vereinbarung zwischen SBB und BLS. Wie es in einem Communiqué heisst, empfiehlt der Bund, die Infrastruktur der BLS in eine Tochterfirma auszugliedern.

Personen- und Güterverkehr

Im Personenverkehr wird die BLS künftig die S-Bahnlinien Bern betreiben; die SBB betreiben den ganzen Fernverkehr, also neu auch die Intercity-Züge nach Interlaken und über die Lötschbergstrecke.

Im Güterverkehr geht der gesamte Einzelwagenladungsverkehr an die SBB. Betreffend Infrastruktur übernehmen die SBB das gesamtschweizerische Netzmanagement.

Eisenbahnerverband ist grundsätzlich für Kooperation

Der Schweizerische Eisenbahnerverband (SEV) begrüsst grundsätzlich die Zusammenarbeit zwischen SBB und BLS. Die Gewerkschaft werde darüber wachen, dass die Kooperation keine Kündigungen oder verschlechterte Arbeitsbedingungen zur Folge haben werde, teilte der SEV am Donnerstag mit. Bezüglich Arbeitszeiten strebt der SEV für das BLS-Personal eine Angleichung an die 39-Stunden-Woche der SBB an. Beim Lohnsystem, bei den Zulagen und bei der Pensionskassenregelung wolle der SEV alles daran setzen, dass bestehende Unterschiede auf dem höchsten Stand harmonisiert würden.

swissinfo und Agenturen

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