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SBB-Lärmsanierung kommt voran

Lärmschutz wird den SBB per Bundesgesetz vorgeschrieben und auch vom Parlament finanziert. Alain D. Boillat

Die SBB-Züge machen zu viel Lärm, darum müssen die SBB Lärmschutz-Massnahmen bezahlen. Insgesamt sollen 500 Gemeinden vom Lärm abgeschirmt werden. Gegen die quietschende Zugseinfahrt gibt es allerdings keine Lösung.

Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) sind per Bundesgesetz verpflichtet, Lärmschutz-Massnahmen zu ergreifen. Das Parlament hat dazu 1,85 Mrd. Franken bewilligt. Die Verordnung, die das Gesetz im Detail regelt, soll bis Ende Jahr in Kraft treten. Die Vernehmlassung wurde Anfang August abgeschlossen.

SBB macht Vorschläge

Für die SBB ist die Lärmsanierung jetzt entlang den Huckepack-Korridoren aufgegleist: In sechs Gemeinden von Basel Richtung Gotthard und Lötschberg werden derzeit bauliche Massnahmen zur Lärm-Verminderung umgesetzt.

In den nächsten Jahren sollen jedes Jahr 50 Gemeinden vom Lärm abgeschirmt werden, insgesamt 500 bis im Jahre 2015.

Die SBB installieren dazu entweder Lärmschutzwände oder lassen bei exponierten Gebäuden Schallschutz-Fenster einbauen.

Einheitswagen-Lärm zum Einheitspreis behoben

Aber nicht nur die Huckepack-Wagen machen Lärm, auch die Personenzüge sind laut. Deshalb haben die SBB 400 Reisezüge mit weniger lärmigen Bremsen ausgerüstet.

Die Umrüstung pro neuem sogenannten Einheits-Wagen kostet 35’000 Franken, die älteren Intercity-Wagen kommen auf 65’000 Franken zu stehen.

Diese Arbeiten sollen bis in drei Jahren an 1’300 Fahrzeugen abgeschlossen sein.

Wenig begeisterte Schutzvereinigung

Nicht alle sind mit diesen Massnahmen zufrieden. Robert Degen von der Interessen-Gemeinschaft gegen Eisenbahnlärm Pratteln und Umgebung (IGLS) fordert beispielsweise eine Überarbeitung des sogenannten Emissionsplans 2015 durch eine unabhängige Arbeitsgruppe.

«Es ist stossend, dass derjenige, der den Lärm verursacht, in Eigenregie vorschlägt, wie eben dieser Lärm zu vermindern ist», kritisiert Degen.

Die IGLS befürchtet unter anderem, im Bereich der Güterzüge und der Triebwagen werde zu wenig getan, da deren Lärmwerte im Emissionsplan nicht explizit vorgeschrieben seien.

Heikle Güterzüge

Dass die Situation bei den Güterwagen tatsächlich heikel ist, räumt auch SBB-Sprecher Christian Kräuchi ein. Dort sei die SBB noch in der Probephase. Eine Umrüstung der Bremsen sei eine Riesenherausforderung.

Dazu kommt, dass die ausländischen Bahnunternehmen bei der Lärmbekämpfung weniger unternehmen als die Schweiz.

Keine Lösung für Zugseinfahrt

Ungelöst für die SBB bleibt das Problem der quietschenden Züge, die vor allem bei der Einfahrt in Bahnhöfe die Wartenden auf den Perrons nerven.

Der Austausch der Grauguss-Bremssohlen durch solche aus Kunststoff sollen den Quietschlärm allerdings bedeutend vermindern, verspricht SBB-Mann Kräuchi.

swissinfo und Agenturen

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