Schweiz will wieder mit Italien verhandeln
Die Schweiz sei bereit, die Verhandlungen über ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Italien wieder aufzunehmen, sagte Bundesrätin Doris Leuthard in Rom. Finanzminister Hans-Rudolf hatte noch am letzten Sonntag mit der Sistierung der Verhandlungen protestiert.
Die Schweiz habe zwar Verständnis für die Anstrengungen Roms, italienischen Steuersündern auf die Spur zu kommen. Italien müsse aber aufhören, die Schweiz in diesem Zusammenhang zu kriminalisieren, forderte Wirtschaftsministerin Doris Leuthard am Donnersta an einer Medienkonferenz in Rom.
Leuthard erinnerte daran, dass die Schweiz nicht mehr auf der grauen OECD-Liste stehe und somit auch von der italienischen schwarzen Liste der Steueroasen gestrichen werden sollte.
Die Schweiz ist bereit die Verhandlungen über ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Italien wieder aufzunehmen. Eines der Resultate der Verhandlungen müsse aber sein, dass Italien die Schweiz von seiner schwarzen Liste der Steueroasen streiche, sagte Bundesrätin Doris Leuthard in Rom.
Zuvor hatten internationale Agenturen berichtet, die Bundesrätin habe die Streichung von der schwarzen Liste als Vorbedingung für die Wiederaufnahme der Verhandlungen genannt. Die Volkswirtschaftsministerin, die sich vor den Medien in Rom in italienischer Sprache geäussert hatte, sei in diesem Punkt falsch verstanden worden, sagte der Sprecher des Wirtschaftsdepartements, Christophe Hans, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.
Leuthard weilte zu einem Kurzbesuch in Rom, wo sie mit ihrem Amtskollegen Claudio Scajola die wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder erörterte. Der schweizerisch-italienische Steuerstreit stand zwar nicht auf der offiziellen Traktandenliste. Thema war er dennoch.
swissinfo.ch und Agenturen
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