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Schweizer Milchbauern unzufrieden

Wie wird sich die Nachfrage nach Milchprodukten entwickeln? Keystone Archive

Trotz guter Marktlage machen sich die Milchproduzenten Sorgen: Sie werfen der Regierung vor, die längerfristige Entwicklung falsch einzuschätzen.

An der Delegiertenversammlung der Schweizer Milchproduzenten (SMP) im Beisein von Volkswirtschafts-Minister Pascal Couchepin kritisierte die Verbandsleitung am Freitag in Bern den Agrarpolitischen Bericht 2007 des Bundesrats. Befürchtungen löst vor allem der allfällige Ausstieg aus der Milchkontingentierung aus.

Gegen produktbezogene Subventionen

Für SMP-Direktor Samuel Lüthi ist die bundesrätliche Markteinschätzung im Bericht vor allem in Bezug auf die Preise und das langfristige Nachfrage-Wachstum «viel zu optimistisch».

Im Hinblick auf einen eventuellen Ausstieg aus der Milchkontingentierung sagte Lüthi, es sei wenig sinnvoll, die jetzigen Zulagen durch produktbezogene Subventionen zu ersetzen. Ein solcher Anreiz würde zu einer Überproduktion des gestützten Produkts führen, wodurch schliesslich mehr Einkommen vernichtet als generiert würden.

Ausstieg nur mit Begleitmassnahmen

Auch für SMP-Präsident Josef Kühne müssen vor einem allfälligen Ausstieg noch viele Fragen geklärt werden. Dazu gehörten die Auswirkungen auf die Berggebiete, die Entwicklung der Exportmärkte, die Sicherung der Qualität, soziale und wirtschaftliche Aspekte und Auswirkungen auf andere Landwirtschaftsbereiche.

Ein Ausstieg sollte laut Kühne die diesbezügliche Marschtabelle der EU berücksichtigen. Bundesrat Couchepin stellte in diesem Zusammenhang die Frage in den Raum, ob es für die Schweiz nicht vorteilhafter wäre, im Sinne von Terraingewinnen noch vor der EU zu handeln.

Kritik am Budgetentwurf 2001

Kühne kritisierte im weiteren den Budgetentwurf 2002 des Bundes. Die Mittel würden mit den veranschlagten 86 Mio. Franken so stark reduziert, dass sie für die Familien von Milchproduzenten im Haupterwerb Ausfälle von durchschnittlich 500 Franken pro Monat bewirken würden. Der SMP möchte die Kürzung auf 50 Mio. Franken begrenzen.

«Swissair, Swiss Milk, Swiss Cheese»

Kühne sorgt sich im Zusammenhang mit dem Swissair-Debakel auch um das Image der Schweiz im Ausland: «Swissair, Swiss Milk, Swiss Cheese, wir dürfen das Problem nicht unterschätzen.» Es sei deshalb wichtig, dass alle Wirtschaftsbereiche am Wiederaufbau des Vertrauens in die Schweiz, ihre Produkte und Dienstleistungen mitmachten.

swissinfo und Agenturen

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