Sicher trotz Zwischenfällen
2001 wurden 16 Zwischenfälle in den Schweizer Atomkraftwerken registriert. Das sind mehr als doppelt soviele wie im Vorjahr. Den AKW wird aber grosse Sicherheit attestiert.
Von den 16 Zwischenfällen wurden 15 auf der international gebräuchlichen Bewertungsskala (INES) auf der untersten Stufe (Stufe 0), registriert. Sie waren damit nicht sicherheitssignifikant. Die Skala reicht bis Stufe 7 (Tschernobyl).
Ein Zwischenfall im AKW Leibstadt wurde auf Stufe 1 eingeordnet. Das bedeutet Anomalie, also eine Unregelmässigkeit, die verschiedene Ursachen haben kann.
Unter anderem könne sie auf menschliche Fehlhandlungen zurückzuführen sein. Im Fall Leibstadt war die Fälschung von Checklisten durch zwei Operateure während der Revision im Sommer 2001 der Grund dafür.
Normale Schwankung
Die starke Zunahme der Zwischenfälle sei zwar auffällig, aber durchaus im normalen Schwankungsbereich (von 5 bis 25 Zwischenfällen), sagte der Infobeauftragte der HSK Anton Treier am Dienstag der Nachrichtenagentur sda. Die HSK attestiert den AKW denn auch ein «hohes Sicherheitsniveau».
Leibstadt vor Beznau
Das AKW Leibstadt steht mit sechs Ereignissen an erster Stelle. Gefolgt wird es von den beiden Blöcken des AKW Beznau mit fünf Zwischenfällen.
Im AKW Gösgen wurden vier solche Ereignisse registriert und im AKW Mühleberg eines.
Der Strahlenschutz für Personal und Bevölkerung sei während des ganzen Jahres «überall sicher gewährleistet» gewesen. Auch die Transporte von hochaktiven Abfällen und verbrauchten Brennelementen zum Zentralen Zwischenlager (Zwilag) in Würenlingen seien ordnungsgemäss und frei von Kontaminationen durchgeführt worden, teilte die HSK mit. Das Zwilag ist seit letztem Jahr in Betrieb.
swissinfo und Agenturen
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