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Sicherheit soll Schwerverkehr in den Alpen reduzieren

Jean-Claude Gayssot (F), EU-Verkehrs-Kommissarin Loyola de Palacio, Bundespräsident Moritz Leuenberger, Monika Forstinger (A), Henner Wittling (D), Pietro Lunardi (I). Keystone

Die Verkehrsminister der Alpenländer, Belgiens und der EU verständigten sich in Zürich auf mehr Sicherheit im Alpen-Güterverkehr. Güter sollen auf die Bahn.

An einem Treffen am Freitag in Zürich veröffentlichten die Verkehrsminister eine Erklärung, in der sie sich verpflichten, Massnahmen für mehr Tunnelsicherheit zu ergreifen. Angestrebt werden einerseits schärfere Kontrollen. Andererseits soll eine strengere Gesetzgebung betreffend Ausrüstung der Fahrzeuge und Verkehrs-Infrastruktur erarbeitet werden.

Ferner sollen für die Alpenregion die Verkehrsregeln verschärft werden. Zur Debatte stehen beispielsweise Tempolimiten, alternierender Verkehr in eine Richtung oder ein Mindestabstand zwischen den Fahrzeugen in Tunnels.

Güter auf die Bahn

Geeinigt haben sich die Verkehrsminister auch in der Frage der Verlagerung des Güterverkehrs: Längerfristig müssten die Gütertransporte von der Strasse auf die Schiene gebracht werden, hielten sie in ihrer Erklärung fest.

Das Treffen fand auf Einladung von Bundespräsident und Verkehrsminister Moritz Leuenberger statt. Teilgenommen haben die Verkehrsminister von Frankreich, Italien und Österreich, sowie ein Vertreter des deutschen Verkehrsministeriums. Bei der Beratung dabei waren auch EU-Verkehrskommissarin Loyola de Palacio sowie Vertreter Belgiens, das derzeit die EU präsidiert.

Zur Umsetzung und Überwachung der Massnahmen soll ein Organ eingesetzt werden. Das weitere Vorgehen wird an einem zweiten Treffen der Verkehrsminister in der zweiten Jahreshälfte 2002 beraten.

«Gebirgsmanifest» der Umweltorganisationen

Parallel zum Treffen der Verkehrsminister versammelten sich am Freitag in Zürich auch verschiedene europäische Umweltorganisationen. In einem gemeinsam verfassten «Gebirgsmanifest» fordern sie eine verträgliche Verkehrspolitik.

Das von 78 Organisationen aus acht Ländern unterzeichnete Manifest wurde dem Generalsekretär des Eidgenössischen Departementes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), Hans Werder, vor dem Ministertreffen übergeben.

Alpenkonvention nicht eingehalten

Darin wird die schrittweise Reduzierung des Lastwagen-Verkehrs in allen Gebirgstälern gefordert. Die erträglichen Belastungsgrenzen für Mensch und Umwelt würden heute klar überschritten. Und dies, obwohl alle Alpenländer und die EU sich durch die Ratifizierung der Alpenkonvention rechtlich verpflichtet hätten, die Belastungen in einem erträglichen Mass zu halten.

Ausserdem soll der Güterverkehr «tatsächlich auf Schiene und Schiff» verlagert werden. Die technischen Voraussetzungen für eine Verlagerung auf die Schiene seien gegeben. Jetzt müsse der politische Wille dazu bekundet werden, fordern die Organisationen.

Gotthardpass nur noch für Autos offen

Dieweil in Zürich debattiert wurde, veranlasste Denis Rossi vom Tessiner Umweltdepartement die sofortige Schliessung des Gotthardpasses für alle Fahrzeuge über 3,5 Tonnen sowie für Personenwagen mit Anhängern; dies, weil «immer öfter Lastwagen und Busse ins Schleudern gerieten und mühsam abgeschleppt werden mussten.»

Die Sperrung stiess im Kanton Uri auf wenig Verständnis. «Ich habe Mühe, diesen Entscheid nachzuvollziehen», sagte der Urner Baudirektor Oskar Epp gegenüber der «Neuen Luzerner Zeitung». Und Les Routiers Suisse erachten den Entscheid gar als «schikanös und unüberlegt», wie Generalsekretär David Piras erklärte.

swissinfo und Agenturen

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