SNB ist für mehr Transparenz
Niklaus Blattner von der Schweizerischen Nationalbank plädiert - im Zusammenhang mit Ebners Visionen - für eine offenere Information.
Laut Niklaus Blattner, Direktionsmitglied der Schweizerischen Natioanlbank (SNB), hat Ebner – im Zusammenhang mit dem Verkauf seiner BZ-Visionen an die Zürcher Kantonalbank – getan, was er von Gesetzes wegen habe tun müssen.
«Möglicherweise hätte er noch offener informiert, falls er nicht auf seine Gegenparteien hätte Rücksicht nehmen müssen. Jedenfalls wäre es für alle Beteiligten nicht schlecht gewesen, offener zu informieren», sagte Blattner in einem Interview mit der «Berner Zeitung».
Ebners Auffassung, seine BZ-Gruppe sei privat und müsse daher keine Auskünfte erteilen, sei «rechtlich vermutlich haltbar», so Blattner. «Ist dem so, so wäre die Gesetzgebung gelegentlich zu überprüfen.» Dabei sei abzuwägen zwischen dem Geschäfts-Geheimnis und dem Anlegerschutz.
«Keine Geheimniskrämerei»
Die neue Besitzerin der Beteiligungsgesellschaften, die Zürcher Kantonalbank (ZKB), weist den Vorwurf der Geheimniskrämerei zurück: Der Bankrat habe sofort nach dem Kauf der BZ-Visionen eine Pressemitteilung herausgegeben, sagt Hermann Weigold, Vorsitzender des ZKB-Präsidiums, in einem Interview mit dem Zürcher «Tages-Anzeiger».
«Wir haben Martin Ebner kein Geld nachgeworfen, sondern ihm schlicht und einfach die Namenaktien abgekauft», betonte Weigold. Die ZKB habe eine günstige Gelegenheit gepackt, um das Anlage- und insbesondere das Vermögens-Verwaltungsgeschäft auszubauen.
Die Risiken seien überblickbar, hält Weigold fest: «Sie wurden geprüft und sind für eine grosse Bank wie die ZKB absolut tragbar.» Mittelfristig könne mit diesem Geschäft ein Gewinn erzielt werden. Dies liege im eigenen Interesse der Bank, aber auch im Interesse des Kantons und der Kleinaktionäre.
Weder Börsensturz noch Bankenkrise
SNB-Direktoriumsmitglied Blattner zeigt sich überzeugt, dass selbst ein Kollaps von Ebners Imperium weder einen Börsensturz noch eine Systemkrise im Bankwesen ausgelöst hätte.
Das schweizerische Bankensystem zeichne sich durch eine international vorbildliche Eigenkapital-Ausstattung und ein professionelles Risikomanagement aus.
Stimmung im Keller
Die jüngsten Zahlen zur Konsumentenstimmung bezeichnete Blattner als «eher enttäuschend». Die fundamentalen Faktoren der Schweizer Wirtschaft seien aber nach wie vor günstig.
Laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) sank der Index der Konsumentenstimmung im Juli auf -18 Punkte, nachdem er im Vorquartal noch bei -9 Punkten gelegen hatte.
swissinfo und Agenturen
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