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Spannung im Kuoni-Machtkampf vor der GV

Unklare Zukunft bei Kuoni. Keystone

Im Machtkampf an der Spitze des grössten Schweizer Reisekonzerns Kuoni kommt es an der ordentlichen Generalversammlung am Dienstag (15.05.) zu einem ersten direkten Kräftemessen. Um die Leitung der Aktionärs-Versammlung ist ein Seilziehen entbrannt.

Der abgesetzte Verwaltungsrats-Präsident Daniel Affolter und der Vizepräsident Heinz Müller beanspruchen beide für sich die Leitung der Generalversammlung. Affolter werde an der GV erscheinen und die Sitzung leiten, erklärte sein Sprecher Jean-Marc Hensch.

Affolter sei der rechtmässige, im Handelsregister eingetragene Verwaltungsrats-Präsident. Dagegen stellt sich die Mehrheit des Verwaltungsrates, die Affolter fristlos entlassen hatte. Sie hat in der Folge Vizepräsident Müller damit beauftragt, die GV zu leiten.

Affolter sei von seinem Amt suspendiert. Müller werde anstelle des abgesetzten Verwaltungsrats-Präsidenten die Sitzung leiten, bekräftigte am Montag Kuoni-Mediensprecherin Silvia Behofsits.

Konzernchef Hans Lerch werde an der GV nochmals detailliert zu den Vorwürfen Affolters Stellung nehmen – Affolter hatte den Vorwurf erhoben, Kuoni habe im Jahresabschluss 2000 Reserven aufgelöst und dies nicht ausdrücklich kenntlich gemacht.

Die Kuoni-Aktie gab einen Tag vor der GV, die turbulent verlaufen dürfte, nochmals kräftig nach. Am Nachmittag war die Aktie zeitweise 6,3 Prozent billiger als letzten Freitag.

Zwischen Affolter und fünf Verwaltungsräten sowie der Konzernleitung war in der letzten Woche ein Machtkampf entbrannt. Am Freitag hatte die Stiftungsaufsicht des Kantons Zürich das Stimmrecht der Kuoni Hugentobler Stiftung eingeschränkt. Daraufhin traten Affolter und seine Frau als Stiftungsräte zurück. Einen Rücktritt als Kuoni-Verwaltungsrats-Präsident sehe er jedoch nicht vor, bekräftigte Affolter seine Haltung

Seilziehen wird weiter gehen

An der GV wurde die Abwahl von Affolter nicht rechtzeitig traktandiert. Deshalb wird am Dienstag zwar wohl über den Machtkampf debattiert werden, eine offizielle Abstimmung ist jedoch nicht möglich. Bereits hat Vizepräsident Müller angekündigt, es werde noch vor dem Sommer eine ausserordentliche Generalversammlung geben.

swissinfo und Agenturen

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