Straffung des Poststellen-Netzes geht weiter
Bis im Jahr 2002 sollen in vier Schweizer Städten 20 Poststellen abgebaut werden. Die Gewerkschaft Kommunikation reagiert skeptisch.
Wie aus Studien zur Modernisierung der Poststellen-Netze hervorgeht, sollen in den Städten Bern, Genf, Basel und St. Gallen in den nächsten vier Jahren insgesamt 20 der heute 83 Poststellen geschlossen werden
Post-Chef Ulrich Gygi wies in Genf darauf hin, dass die Post nur dann die Nummer eins bleiben könne, wenn sie mit den gesellschaftlichen Veränderungen mitziehe.
In Bern machte Andreas Hasler, Geschäftsleitungsmitglied Poststellen und Verkauf, deutlich, dass die Post fit zu machen sei. Gerade in den Städten habe sich reichlich Fett angesetzt.
Hasler unterstrich, dass es lediglich Vorschläge seien. Realisiert würden sie zusammen mit den Stadtbehörden und Gewerkschaften.
Die Umsetzung soll schrittweise bis im Jahr 2005 erfolgen. Neben Schliessungen von ungünstig gelegenen Poststellen, sind Eröffnungen an attraktiveren Standorten geplant. Ziel ist es, sich den veränderten Kundenströmen anzupassen.
Zusammenlegungen und Neueröffnungen
In Bern ist der Abbau von neun Stellen geplant, wobei drei Filialen zusammengelegt werden sollen. In Basel wird eine Reduktion der Poststellen von 24 auf 20 vorgeschlagen. Während elf Poststellen gemäss Studie bestehen bleiben, werden neun an bessere Lagen verschoben, wobei zwei zusammengelegt werden. Zwei werden an neuen Lagen eröffnet.
In Genf werden die bestehenden 20 Filialen auf 16 reduziert, wobei zwei geschlossen und weitere zwei mit anderen Stellen zusammengelegt werden. In St. Gallen sollen drei Poststellen geschlossen werden, die restlichen elf bleiben unverändert.
Massiver Abbau schweizweit
Gesamthaft will die Post bis 2005 die Poststellennetze in 17 Städten reorganisieren und dabei 40 Millionen Franken sparen. In der ganzen Schweiz sollen bis zu 890 der 3’390 Poststellen (Stand Dezember 2000) verschwinden.
Anfang 2002 werden die Studienergebnisse für die Städte Lausanne, Luzern und Lugano präsentiert. Bereits im April hatte eine ähnliche Studie den Abbau von 13 Poststellen in der Stadt Zürich vorgeschlagen.
Gewerkschaft kämpft für Service Public
Die Gewerkschaft Kommunikation reagierte auf den Abbauplan der Post skeptisch. Sie kündigte an, den Abbau in jedem Stadtnetz genau zu analysieren und ihre Vorstellungen bei der Umsetzung einzubringen, um den postalischen Service Public zu erhalten, wie aus einer Mitteilung der Gewerkschaft hervorgeht.
Unter dem Namen «PickPost» startet die Post im nächsten Frühling zusammen mit den SBB und anderen Partnern ein Pilotprojekt mit so genannten Abholstellen: In Bahnhöfen und an Tankstellen-Shops sollen die Postkunden Briefe und Pakete abholen können.
swissinfo und Agenturen
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