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Sulzer-Medica vor immer grösseren Problemen

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Die Probleme bei Sulzer Medica nehmen zu: Die Versicherungs-Deckung für erwartete Klagen in den USA reicht nicht aus. Dazu kommen Probleme bei Knie-Implantaten. Als Folge davon sackte am Montag (21.5.) der Aktienkurs ab.

Die Börse reagierte ungehalten auf die neue schlechte Nachricht aus dem Hause Sulzer Medica. Der Aktienkurs von Sulzer Medica gab bis Montagabend um 14,5 Prozent auf 283 Franken nach. Sulzer selbst verlor 9,5 Prozent auf 900 Franken.

Zuvor hatte das Unternehmen über weitere Probleme im Zusammenhang mit fehlerhaften Hüftschalen in den USA berichtet. Die Anzahl der reoperierten Patienten ist mit über 1’700 deutlich höher als bisher angenommen. Sulzer schätzt jedoch, dass die kritischste Zeit nach der Implantation der Hüftgelenke überwunden ist. Trotzdem kann keine Vorhersage über die endgültige Anzahl der zu erwartenden Revisionsoperationen gemacht werden.

Börse schwant Böses

Betroffen von den Problemen in den USA ist die Sulzer Orthopedics mit Sitz in Austin, eine Tochter der Sulzer Medica. Die Firma werde die betroffenen Patienten für Folgen aus dem Inter-Op-Rückruf angemessen entschädigen, heisst es bei Sulzer. Ein Finanzanalyst an der Zürcher Börser sagte jedoch, dass nicht allein die mangelnde Versicherungs-Abdeckung das Problem sei, sondern dass man in Zukunft mit weiteren Klagen in den USA rechnen müsse.

Ursache unbekannt und Knieprobleme

Nach wie vor unbekannt ist die genaue Ursache der Probleme der Hüftgelenk-Implantate. Untersuchungen wiesen darauf hin, dass Rückstände eines auf Mineralöl basierenden Schmiermittels auf der Oberflüche der Hüftschalen der Grund dafür sein könnte, dass der Knochen nicht an die Oberfläche anwachsen könne.

Eine Überprüfung bei anderen Produkten hat Probleme bei Schienbein-Platten eines Knieimplantats ergeben, wie Sulzer weiter mitteilte. Sulzer Orthopedics hat der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA vorläufige Resultate über Untersuchungen bei einer porös beschichteten Platte übergeben. Gemäss Niederhäuser ist der Fall nicht vergleichbar mit den Hüftschalen. «Wir gehen nicht davon aus, dass das ein grosses Problem gibt», sagte ein Sulzer-Sprecher.

swissinfo und Agenturen

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