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Swissair: 4-TageWoche würde Arbeitsplätze retten

Wie möglichst viele Swissair-Angestellte zum abheben bringen? Der Ideen gibt es unzählige. Keystone

Die Gewerkschaften SMUV und GBI fordern besseren sozialen Schutz für das entlassene Swissair-Personal. Ausserdem sollen durch eine Arbeitszeit-Verkürzung Arbeitsplätze gerettet werden.

An ihrer ersten gemeinsamen Delegiertenversammlung vom Samstag solidarisierten sich die Gewerkschaft Industrie, Gewerbe, Dienstleistungen (SMUV) sowie die Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI) mit den weltweit rund 9’500 Swissair-Entlassenen.

Die 230 Delegierten halten es für «einen der grössten Skandale der Schweizer Wirtschaftsgeschichte», dass für das Swissair-Personal kein Geld für einen Sozialplan zur Verfügung stehe. Die dazu erforderlichen rund 500 Mio. Franken müssten sofort bereit gestellt werden, schreiben SMUV und GBI in ihrer gemeinsam verabschiedeten Resolution.

4-Tage-Woche einführen

Die Arbeitszeit müsse substanziell verkürzt werden, um möglichst viele Arbeitsplätze der Swissair-Gruppe und der neuen Crossair zu erhalten. Zum Beispiel mit einer 4-Tage-Woche.

Die Gewerkschaften pochen darauf, dass bei den unausweichlichen Kündigungen die gesamtarbeits-vertraglichen Rechte eingehalten werden: Kündigungsfristen, Lohnfortzahlung bei Krankheit, Kündigungsschutz-Bestimmungen, Abgangsentschädigung.

Geld aus dem Überbrückungs-Kredit

Aus dem Überbrückungs-Kredit des Bundes werden rund 10 Mio. Franken für jene rund 2’500 Angestellte verwendet, denen im Oktober und November de facto fristlos gekündigt wurde oder wird, teilte Alan E. Kocher vom Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) am Freitag mit. Ein 13. Monatslohn sei nicht vorgesehen.

Der Bund zahlt die Differenz von 20 bis 30 Prozent zwischen der Leistung der Arbeitslosen-Versicherung und des versicherten Verdienstes von maximal 8’900 Franken pro Monat. Sozialpläne kamen (noch) nicht zu Stande.

Überbrückungs-Gelder knapp bemessen

Schon heute sei erkennbar, dass die vom Bund zugesagten Mittel für die provisorische Aufrechterhaltung des Flugbetriebs knapp bemessen seien, gab zudem der Sachwalter Karl Wüthrich bekannt. In seinem Lagebericht schreibt er, dass er dies bei seinen künftigen Entscheiden in erster Linie berücksichtigen müsse.

Konkret bedeute dies, dass radikale Einsparungen nötig seien vor allem in Bereichen, die kosten und nicht unbedingt für die Aufrechterhaltung des Flugbetriebs notwendig seien.

Uneingeschränkt Flugtickets ausstellen

Weiter haben die Swissair, der Sachwalter und das Büro, das die Rechnungen und Rückvergütungen der Tickets verwaltet, entschieden, dass die Swissair wieder ausstehende Zahlungen an das IATA Clearing House begleichen darf. Damit erhalte sie wieder einen vollwertigen Status auf dem internationalen Flugparkett.

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt hat zudem der Crossair provisorisch die Bewilligung für die 30 im Winterflugplan vorgesehenen ehemaligen Kurz- und Mittelstrecken-Flüge erteilt.

swissinfo und Agenturen

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