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Swissair Group muss sparen – Löhne gesichert

Noch ist unklar, ob das Bundesgeld für den Swissair-Flugbetrieb bis im Frühling reichen wird. Keystone Archive

Die Mittel für die provisorische Aufrechterhaltung des Flugbetriebs könnten knapp sein. Die positive Nachricht: Der Bund sichert bis Ende Jahr den gekündigten Swissair-Angestellten den Lohn.

Trostpflaster für gekündigte und freigestellte Angestellte jener Unternehmen der Swissair Group, die in Nachlass-Stundung sind: Aus dem Überbrückungs-Kredit des Bundes werden rund 10 Mio. Franken für jene rund 2’500 Angestellte verwendet, denen im Oktober und November de facto fristlos gekündigt wurde oder wird, wie Alan E. Kocher vom Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) am Freitag sagte. Ein 13. Monatslohn sei nicht vorgesehen.

Der Bund zahlt die Differenz von 20 bis 30 Prozent zwischen der Leistung der Arbeitslosen-Versicherung und des versicherten Verdienstes von maximal 8’900 Franken pro Monat.

Die vom Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) geleitete Task Force «Swissair Personal» hat am Freitag mit den Sozialpartnern eine entsprechende Vereinbarung erzielt, wie es in einem Communiqué mitteilte. Der Sachwalter werde die Differenzzahlung auszahlen lassen. Sozialpläne kamen hingegen noch nicht zu Stande.

Überbrückungs-Gelder knapp bemessen

Schon heute sei erkennbar, dass die vom Bund zugesagten Mittel für die provisorische Aufrechterhaltung des Flugbetriebs knapp bemessen seien, gab zudem der Sachwalter Karl Wüthrich bekannt. In seinem Lagebericht schreibt er, dass er dies bei seinen künftigen Entscheiden in erster Linie berücksichtigen müsse.

Beschränkung auf das flug-Notwendige

Konkret bedeute dies, dass radikale Einsparungen nötig seien vor allem in Bereichen, die kosten und nicht unbedingt für die Aufrechterhaltung des Flugbetriebs notwendig seien, sagte dessen Partner Filippo Beck im Büro Wenger Plattner auf Anfrage.

Berater erhielten kurz vor Schluss Millionen

Im weiteren gab der provisorische Sachwalter bekannt, dass unmittelbar vor Gewährung der Nachlass-Stundung am vergangenen 5. Oktober noch Zahlungen an Gläubiger erfolgt sind. Laut Beck zahlte die Swissair Group am vergangenen 27. September noch 28 Mio. Franken an die Beratungsfirma KPMG in London als Honorar für Beratungs-Dienstleistungen. Im weiteren Verlauf des Verfahrens werde es Aufgabe der zu jenem Zeitpunkt zuständigen Organe sein, diese Auszahlung rechtlich zu beurteilen.

Beck wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass gemäss Schuldbetreibungs- und Konkursrecht gewisse, innerhalb eines bestimmten Zeitraums erfolgte Zahlungen je nach Ausgang des Nachlassverfahrens angefochten werden können.

Swissair kann wieder uneingeschränkt Flugtickets ausstellen

Weiter haben die Swissair, der Sachwalter und das Büro, das die Rechnungen und Rückvergütungen der Tickets verwaltet, entschieden, dass die Swissair wieder ausstehende Zahlungen an das IATA Clearing House begleichen darf. Damit erhalte sie wieder einen vollwertigen Status auf dem internationalen Flugparkett.

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt hat zudem der Crossair provisorisch die Bewilligung für die 30 im Winterflugplan vorgesehenen ehemaligen Kurz- und Mittelstrecken-Flüge erteilt.

Noch keine konkreten Kaufanträge für Swissair-Töchter

Im Zusammenhang mit dem angekündigten Verkauf von Tochter-Gesellschaften der Swissair Group seien bisher weder dem provisorischen Sachwalter noch den für den Verkaufsentscheid letztlich zuständigen Richtern konkrete Verkaufsanträge unterbreitet worden, gab der Sachwalter weiter bekannt. Verhandlungen laufen für den Verkauf von Swissport, Gate Gourmet, Nuance Group, Restorama, Rail Gourmet und Gourmet Nova.

Swissair-Aktionäre bevorzugen?

Die ehemaligen Swissair-Aktionäre fordern einen Vorzugspreis für die Aktien der neuen Fluggesellschaft. Beim Kauf von bis zu 500 Aktien solle der Stückpreis von 20 Franken gelten, sagte der SVSA-Präsident Hans-Jacob Heitz am Freitag.

Heitz hatte zu Beginn dieser Woche gefordert, dass die Grossbanken ihren Buchgewinn an der Börse durch die Übernahme der Crossair zur Finanzierung von Vorzugsaktien zur Verfügung stellen.

Von der Grossbank zur ZKB

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat nach dem Swissair-Debakel viele neue Kunden gewonnen. Im Oktober seien rund 4’000 Kunden im Privatbereich dazugekommen, sagte Charles Stettler von der ZKB vor der Präsentation der Geschäftszahlen nach neun Monaten. Dennoch musste übrigens die ZKB auch Negatives vermelden: Der Bruttogewinn nach 9 Monaten ging gegenüber der Vorjahresperiode um 35% oder rund 391 Mio. Franken zurück.

swissinfo und Agenturen

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