Swisscom-Monopol soll weg
Der Wirtschaftsverband "economiesuisse" fordert die Liberalisierung der sogenannten "letzten Meile". Dies würde den Internet-Zugang verbilligen.
«Auch auf der letzen Meile des Telefonnetzes muss ein freier Wettbewerb geschaffen werden», forderte René Buholzer, Mitglied der Geschäftsleitung von economiesuisse, am Donnerstag.
Die Swisscom hat auf den Kupferkabeln die Firmen und Haushalte mit den Ortszentralen verbinden, immer noch ein Monopol. Jeder Telefonkunde zahlt ihr eine Anschlussgebühr. Wettbewerb herrscht bislang nur bei den Hochleistungs-Verbindungen zwischen den Ortszentralen.
Wettbewerb senkt Preise
Nur schon die Konkurrenz bei den Hochleistungs-Verbindungen habe die Preise für Datenübertragungen um 20 bis 40 Prozent gesenkt, sagte Buholzer weiter. So sei die Breitband-Technologie gefördert worden und der Internet-Zugang günstiger geworden.
Bei der Liberalisierung auf der letzten Meile stehe die Entbündelung der Leitungen im Vordergrund. Dabei bleibe die Swisscom Eigentümerin der Kupferleitungen, müsse diese aber anderen Anbietern vermieten. Für dieses Modell hat sich bereits die EU entschieden.
Swisscom-Monopol verteuert Internet
Die letzte Meile ist für die Internet-Nutzung entscheidend. Laut economisuisse hätten sie ein grosses Potenzial, sofern neue Übertragungstechniken wie Digital Subscriber Line (DSL) eingesetzt würden. Diese erlauben schnellerer Surfen im Internet.
Der fehlende Wettbewerb sei mit ein Grund, dass sich Breitband-Technologien in der Schweiz nur langsam verbreiteten, kritisierte Peter Schmid, der Chef des Modemherstellers Schmid Telecom.
Hoffen auf die ComCom
Voraussichtlich noch dieses Jahr wird die Kommunikations-Kommission des Bundes (ComCom) einen Entscheid im Kampf um die letzte Meile treffen. Dabei geht es um eine Beschwerde der aus Sunrise und Diax fusionierten TDC Switzerland.
swissinfo und Agenturen
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