UBS rutscht weiter in die roten Zahlen
Die UBS rutscht mit ihrem Private-Equity-Geschäft noch tiefer in die roten Zahlen. Für das ganze Geschäftsjahr 2001 erwartet die Grossbank bei der Geschäftseinheit UBS Capital einen Verlust vor Steuern von bis zu 680 Mio. Franken.
Der Finanzdienstleistungs-Konzern UBS hat seine Prognosen für das Geschäft mit Beteiligungen an meist nicht-kotierten Unternehmen am Donnerstag (26.07.) nach unten korrigiert. Im zweiten, dritten und vierten Quartal 2001 wird mit einem Verlust vor Steuern zwischen 350 Mio. und 400 Mio. Franken gerechnet.
Schon im ersten Quartal war UBS Capital mit einem Minus von 282 Mio. Franken in die roten Zahlen abgerutscht. Damals rechnete UBS allerdings noch damit, wieder in die Gewinnzone zurückzufinden. Im Vorjahr resultierte ein Gewinn von 173 Mio. Franken.
Auswirkungen auf Abschluss offen
Inwieweit dieser Verlust Auswirkungen auf das Resultat des Geschäftsabschlusses des UBS-Konzerns haben wird, konnte UBS-Sprecherin Monika Dunant nicht kommentieren. Am 14. August werde der Halbjahres-Abschluss präsentiert. Vorher könne kein Kommentar zu anderen Geschäftseinheiten gemacht werden, sagte Dunant.
Die UBS begründet den Verlust mit einer Überprüfung des Portefolios und der Aussichten für Devestitionen im verbleibenden Geschäftsjahr. Diese Überprüfung werde halbjährlich vorgenommen, sagte Dunant.
Überprüfung nach Abgang von Pierre de Weck
Die letzte Neubeurteilung wurde jedoch nicht mehr vom ehemaligen Leiter der UBS Capital, Pierre de Weck, vorgenommen. Von ihm trennte sich die UBS Mitte Juli dieses Jahres. Seither wird UBS Capital von einem Team unter der interimistischen Leitung von David Solo geführt.
Das neue Management sei zum Schluss gekommen, dass eine Neubewertung vorgenommen werden müsse, sagte Dunant. Insofern besteht zum Abgang von de Weck ein Zusammenhang.
Verschobene Verselbstständigung
Private Equity gehört zur Geschäftseinheit UBS Capital. Am 11. Juli hatte die UBS angekündigt, dass die geplante Verselbstständigung des Private-Equity-Geschäfts wegen der schwierigen Marktbedingungen verschoben werde.
UBS Capital war in den vergangenen Jahren schnell gewachsen. Während das Portefolio 1998 noch 1,784 Mrd. Franken umfasste, lag der Betrag Ende 1999 bereits bei 2,993 und Ende 2000 bei 5,549 Mrd. Franken. Der Bereich beschäftigt 134 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch