Unaxis im Strudel des IT-Abschwungs
Der Reingewinn des Technologie-Konzerns Unaxis sackte auf 111 Mio. Franken ab. Die Halbleiter-Tochter ESEC fiel in die roten Zahlen.
Es war im vergangenen Jahr laut Unaxis, dem einstigen Oerlikon-Bührle-Konzern, der stärkste Einbruch der Informations-Technologie-Märkte ihrer rund 40-jährigen Geschichte.
Blieb der Umsatz-Rückgang mit sieben Prozent auf 2,127 Mrd. Franken noch erträglich, so war der Einbruch des Konzerngewinns massiv. Er sackte um 78,3 Prozent auf 111 Mio. Franken ab.
Unaxis begründete dies mit der schlechten Geschäftslage im Bereich Data Storage und vor allem mit dem in der Halbleiter-Produktion tätigen Tochter-Unternehmen ESEC in Cham.
ESEC mit grossen Verlusten
Die Aussichten und Risiken der ESEC hätten per Jahresende mit neuen Annahmen beurteilt werden müssen, was zu Wert-Berichtigungen beim Goodwill von insgesamt 200 Mio. Franken geführt habe. Dies führte beim operativen Ergebnis (EBIT) zu einem Verlust von 211 Mio. Franken.
Aus dem Verkauf der Pilatus Flugzeugwerke und der Division Leybold Optics sowie Immobilien erzielte Unaxis gemäss den Angaben einen Gewinn von 297 Mio. Franken. Die veränderten Marktverhältnisse im IT-Bereich hätten 2001 jedoch zu umfassenden Kostenreduktions-Massnahmen geführt, welche auch Anpassungen im Personalbereich unvermeidlich gemacht hätten.
Bei der ESEC in Cham (ZG) wurden 250 Stellen gestrichen. ESEC erlitt 2001 einen Betriebs-Verlust von 107,9 Mio. Franken. Der Umsatz brach von 647,3 Mio. Franken auf 188,9 Mio. Franken ein.
Wechsel in der Führungsschicht
Der Umsatzrückgang habe auch unternehmens-interne Schwächen zu Tage gefördert, hiess es. Auf der Führungsebene führte dies zur sofortigen Auswechslung des ESEC-Chefs Felix Bagdasarjanz, der vorläufig durch Jürgen Knorr, Mitglied des ESEC-Verwaltungsrats, ersetzt wird. Beim Unaxis-Konzern wird Chef Willy Kissling seinem Nachfolger Heinz Kundert Platz machen und sich nur noch auf die Tätigkeit als Verwaltungsrats-Präsident konzentrieren.
Im Ausblick auf das Jahr 2002 ist Unaxis wenig optimistisch. Der Umsatz werde sich auf Vorjahresniveau bewegen. Bleibe der Aufschwung in der IT-Industrie aus, werde der operative Gewinn unter dem des Vorjahres ausfallen, hiess es. Die Massnahmen zur Kostenreduktion würden deshalb fortgesetzt.
swissinfo und Agenturen
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