Unaxis rechnet für 2001 mit Rückgang von Gewinn und Umsatz
Nach dem Rekordjahr 2000 sind die Erwartungen des Technologie-Konzerns Unaxis wegen der Baisse im IT-Markt für 2001 gedämpft. In Erwartung des Aufschwungs will Unaxis weitere Akquisitionen tätigen und die Marktposition ausbauen.
Wie letztes Jahr werde auch das Betriebsergebnis dieses Jahres durch Devestitionen positiv beeinflusst werden, sagte Unaxis-Chef Willy Kissling am Mittwoch (04.04.) an der Bilanzpressekonferenz in Zürich. So werde der für 250 Mio. Franken auf vergangenen 1. Januar getätigte Verkauf der Pilatus-Flugzeugwerke zu Buche schlagen.
Andererseits wolle Unaxis durch Akquisitionen volumenmässig und technologisch weiter wachsen, um die Marktstellung zu festigen. Dabei werde der Konzern weiter auf die Kernbereiche der Herstellung von Halbleitern und optischen Komponenten fokussieren.
Rückgang zyklisch bedingt
Der Rückgang von Umsatz und Ergebnis werde in erster Linie in den Divisionen Semiconductors Back End und Data Storage zu spüren sein. Dank des breiten Portfolios dürfte laut Kissling der Umsatzrückgang moderat ausfallen. Kissling gab sich überzeugt, dass im Informationstechnologie-Markt ein enormes Wachstumspotenzial liegt.
Der momentane Rückgang sei zyklisch bedingt. Die Anzahl Menschen, die einen Computer besitzen, werde sich bis 2005 auf eine Milliarde, die Anzahl Internet-Zugänge auf 800 Mio. verdoppeln. Die Zahl der Mobiltelefon-Benutzer von 700 Mio. auf 1,6 Mrd. schnellen. «Und wir sind mit Unaxis in allen Bereichen dabei», sagte Kissling.
Die Börse reagierte negativ. Am frühen Mittwochnachmittag wurde die Unaxis-Aktie mit 250 Franken gehandelt, zwei Prozent tiefer als am Vorabend.
Letztes Jahr habe Unaxis durch den abgeschlossenen Umbau der ehemaligen Oerlikon-Bührle seine finanziellen und strategischen Ziele erreicht. Unaxis steigerte sich umsatzmässig um 41 % auf 3,3 Mrd. Franken, der Gewinn wurde mit 511 Mio. Franken aufgrund der Devestitionen nahezu verzehnfacht. Der Bestellungseingang wuchs um 52 Prozent auf 3,7 Mrd. Franken an. Die Eigenkapitalquote beträgt mit 1,5 Mrd. Franken 41 Prozent der Bilanzsumme.
Nach Umsatzanteilen ist das IT-Segment mit 43 Prozent (Vorjahr 35 Prozent) laut Kissling das wichtigste des Unaxis-Portfolios. Der Umsatzzuwachs von 78 Prozent auf 1,2 Mrd. Franken im IT-Segment ist auf den Kauf von Plasma-Therm und die Übernahme der Mehrheit der ESEC zurückzuführen. Der Konzerngewinn war durch die Verkäufe von Leybold Coating und den Teilverkauf von Infinicon beeinflusst. Durch die Transaktionen hätten sich ausserordentliche Erträge von 275 Mio. Franken ergeben, sagte Finanzchef Paul E. Otth.
swissinfo und Agenturen
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