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Unaxis rechnet mit Betriebsverlust

Mit Kostensenkungen will Unaxis Gegensteuer geben. Keystone Archive

Die Technologiekrise und die Konjunkturschwäche setzen Unaxis weiter zu. Der Umsatz brach im dritten Quartal um 22 Prozent ein. Problematisch ist besonders der Chipautomaten-Hersteller Esec.

Der Abschwung im Informations-Technologiemarkt und die verschlechterte Weltwirtschaftslage hätten im dritten Quartal zu einem deutlichen Rückgang der Bestellungen und des Umsatzes geführt, teilte Unaxis (früher Oerlikon-Bührle) am Montag mit.

Im Vergleich zum Vorquartal sank der Umsatz um 22 Prozent auf 457,4 Mio. Franken. Unter dem Strich verbesserte der Konzern den Umsatz in den ersten neun Monaten gegenüber der Vorjahresperiode um 12 Prozent auf 1’693,9 Mio. Franken.

Unter den Erwartungen

Damit liegt Unaxis allerdings deutlich unter den Erwartungen der Analysten. Diese hatten einen Umsatz zwischen 1,714 und 1,751 Mrd. Franken erwartet.

Massiv vom Markttief betroffen ist der Chipautomaten-Hersteller Esec, der mehrheitlich zum Unaxis-Konzern gehört. Dessen Umsatz ging im Vergleich zum Vorquartal um rund 50 Prozent auf 26,8 Mio. Franken stark zurück.

Für die ersten neun Monate resultiert eine Einbusse um rund 66 Prozent auf 167,6 Mio. Franken, wie Esec bekannt gab. Der Rückgang spiegle den tiefen zyklischen Abschwung und die anhaltende Nachfrageschwäche in der Halbleiterindustrie.

Fokussierung für Esec

Esec versuche mit einer Fokussierung auf das Kerngeschäft dem Abschwung entgegenzutreten, heisst es in der Mitteilung. Das Unternehmen geht davon aus, dass sich die Nachfrage in den kommenden Monaten auf tiefem Niveau stabilisiere. Esec hatte im Juli den Abbau von weltweit 250 Stellen bekannt gegeben. Rund 110 Arbeitsplätze gehen in der Schweiz verloren.

Für das ganze Jahr rechnet Esec mit einem Umsatz von knapp unter 200 Mio. Franken. Unter Berücksichtigung von Aufwendungen für Restrukturierungen von rund 10 Mio. Franken und anderen Einmal-Aufwendungen von 50 bis 60 Mio. Franken sei für das ganze Jahr ein Betriebsverlust von über 100 Millionen zu erwarten.

Marktschwäche dauert an

Aufgrund des «aussergewöhnlich starken Einbruchs» im Informations-Technologiemarkt geht der Mutter-Konzern Unaxis davon aus, dass sich die Nachfrageschwäche bis weit ins nächste Jahr fortsetzten wird, heisst es in der Mitteilung.

Mit umfassenden Massnahmen zur Kostensenkung will Unaxis Gegensteuer geben. Der Konzern rechnet mit einer Kostenreduktion in der Grössenordnung von über 100 Mio. Franken.

Deutlich negatives Betriebsresultat

Für das ganze Jahr geht Unaxis – ohne ihre Mehrheitsbeteiligung bei Esec – von einem positiven Betriebsergebnis aus. Der Umsatz dürfte jedoch hinter dem Vorjahr zurückliegen. Unter Einbezug des Verlustes von Esec wird ein «deutlich negatives» Betriebsergebnis erwartet. Belastet werde es auch durch Restrukturierungskosten und ausserordentliche Goodwill-Abschreibungen.

Unter dem Strich rechnet Unaxis trotzdem mit einem positiven Konzernergebnis. Grund sind insbesondere Firmenverkäufe wie Pilatus Flugzeugwerke oder Leybold Optics.

Börse reagierte mit Kursverlust

Die Schweizer Börse reagierte anfänglich mit einem Kursverlust auf der Unaxis-Aktie um 4,6 Prozent. Im Tagesverlauf erholte sich die Aktie etwas und lag zum Handelsschluss mit 144 Franken noch um 1,2 Prozent im Minus.

Esec ermässigte sich um 3,9 Prozent auf 125 Franken. Die massgeblichen Indizes SPI und SMI lagen derweil um 1,5 Prozent beziehungsweise 1,6 Prozent im Plus.

swissinfo und Agenturen

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