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Untertunnelung: Dorf abgesackt

Die Tunnel-Baustelle in Raron: Es wird weiter gebaut. www.alptransit.ch

Wegen des Lötschberg-Basistunnels ist im Walliser Dorf St. German der Boden abgesunken. Die Bewohner sind jedoch nicht gefährdet, es wird weiter gebohrt.

St.German liegt in einer Mulde, die mit Bergsturz-Material gefüllt ist. Im ganzen Dorf ist nun der Boden abgesunken, an einigen Stellen um bis zu sechs Zentimeter, wie Peter Teuscher, der Unternehmensleiter der BLS Alp Transit, am Donnerstag zu einer entsprechenden Mitteilung sagte.

Risse in Gebäuden

Für die rund 350 Bewohner des zur Gemeinde Raron gehörenden Dorfes besteht laut Teuscher keine Gefahr. Ein Einsturz der Tunneldecke sei unmöglich, da der Tunnel gut 100 Meter unter der Erdoberfläche und im festen Felsen unter dem Bergsturzgebiet vorgetrieben werde.

An einzelnen Gebäuden im Dorf wurden durch die Absenkung Risse festgestellt; zehn Personen haben bei der BLS Gebäudeschäden gemeldet. Die Stabilität der Häuser sei jedoch nicht gefährdet, sagte Teuscher. An Strassen seien keine Schäden festgestellt worden.

Bereits vor Beginn des Tunnelvortriebs Mitte Juli sei im Dorf ein Netz von Messgeräten und Messpunkten installiert worden, um Erschütterungen und allfällige Absenkungen feststellen zu können.

Haftung bei Tunnelbauern

Im Hinblick auf mögliche Ansprüche wurden an vier Gebäuden vorsorglich detaillierte Rissaufnahmen gemacht, wie Teuscher weiter sagte. Dies sei bei Bauvorhaben in dieser Grössenordnung allgemein üblich.

Die Höhe der entstandenen Schäden kann laut Teuscher frühestens Ende Jahr beziffert werden, wenn der Tunnelvortrieb das Dorf vollständig unterquert hat. Die BLS AlpTransit erklärte weiter, man sei für sämtliche möglichen Schäden versichert.

Ursache vermutlich Wasser-Abfluss

Die Absenkung kommt laut Teuscher «nicht völlig überraschend», unerwartet sei aber ihr Ausmass. Verursacht wurde die Bewegung vermutlich durch Abfluss von Wasser. Bohrungen und Messungen sollen diesbezüglich weitere Klarheit bringen und Aufschluss über mögliche Massnahmen geben.

Gemeinde warnt vor weiteren möglichen Schäden

Die Bevölkerung von St. German sei offen und in Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden informiert worden, sagte Daniel Troger, Präsident der Gemeinde Raron, zu der auch das Dorf St. German gehört. Als mögliche Massnahme sei auch ein Baustopp diskutiert worden.

Er habe bei der Bauherrschaft geltend gemacht, dass sich die Absenkungen auch auf die Infrastruktur wie Kanalisation und Wasserleitungen sowie auf die Vegetation negativ auswirken dürften.

Man habe zwar damit gerechnet, dass gewisse Quellen durch die Bohrungen versiegten. Eine Absenkung in so grossem Ausmass sei aber nicht erwartet worden, sagte Troger.

Tunnelvortrieb geht weiter

Der Tunnel wird trotz der Absenkung weiter vorangetrieben. Seit dem 16. Juli wurden aus Richtung Raron 830 Meter Tunnel gebohrt; zusammen mit dem Nordangriff sind damit vom dereinst 34,6 Kilometer langen Basistunnel 41 Prozent ausgebrochen. Der Durchstich ist für Ende 2004 geplant.

swissinfo und Agenturen

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