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Urner für Bergvariante

Greenpeace-Aktion vom Juni 2000 gegen die vom Bund beschlossene Linienführung im unteren Reusstal. Keystone Archive

89 Prozent der Bevölkerung der Urner Reussebene sind für eine NEAT-Linienführung im Berg. Die Bergvariante ist laut Studien deutlich teurer aber machbar.

Das von Direktor Pierre-Alain Rumley vom Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) präsidierte konsultative Begleitgremium NEAT URI hat am Montag die Ergebnisse von Studien und Befragungen publiziert. Sie sollen Grundlage für die politischen Entscheide von Bundesrat und allenfalls Parlament sein.

Kostentreiber Schächenbach

Das Ingenieurteam hat 39 Varianten der Linienführung der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) zwischen Axentunnel und Nordportal des Gotthard-Basistunnels untersucht. Für die Tal- und Bergvarianten wurden die technisch machbaren Bestvarianten evaluiert und berechnet.

Die so genannte optimierte Talvariante sieht eine viergleisige Unterquerung des Schächenbaches vor. Der Bahnhof Altdorf bleibt bestehen, Flüelen wird umfahren. Die Kosten werden mit 1,55 Mrd. Franken veranschlagt, rund 300 Mio. Franken mehr als das Auflageprojekt der AlpTransit Gotthard AG.

Bei der Variante «Berg lang offen ohne Schächen tief» wird die Reussebene mit zwei Einspurröhren umfahren und der Schächenbach dreigleisig überquert. Der Bahnhof Altdorf wird zum Regionalbahnhof Uri. Kostenpunkt: rund 1,8 Mrd. Franken, Mehrkosten gegenüber dem Auflageprojekt rund 550 Mio. Franken.

Die Kosten der selben Bergvariante, aber mit einer dreigleisigen Unterquerung des Schächenbachs werden auf 1,95 Mrd. Franken geschätzt. Die Mehrkosten betragen rund 700 Mio. Alle Preisangaben der Studien weisen eine Genauigkeit von plus-minus 25 Prozent auf.

Lärm noch erträglich

Das ARE gab weiter eine repräsentative Befragung der Urner Ortschaften Altdorf, Attinghausen, Bürglen, Erstfeld, Flüelen, Schattdorf, Seedorf, Silenen und Sisikon in Auftrag. Eine klare Mehrheit sprach sich für eine Bergvariante aus. Sie steht aber hinter der Eisenbahn und befürwortet die Verlagerung des Schwerverkehrs auf die Schiene.

Die Mehrheit der 945 Befragten leidet unter der Autobahn (75 Prozent), der Beeinträchtigung der Landschaft und der Naherholungsräume sowie der Zersiedelung des Talbodens. Die Eisenbahn, die Kantonsstrassen, die Hochspannungs-Leitungen und die Schiessstände werden als weniger störend eingestuft.

76 Prozent der Befragten halten die heutige Lärmbelastung für erträglich. Für 21 Prozent ist das Mass an Lärm indes voll, und 3 Prozent tragen sich mit dem Gedanken wegzuziehen. 61 Prozent haben in den letzten 12 Monaten einen höheren Lärmpegel der Autobahn und 21 Prozent der Eisenbahn festgestellt.

Bund soll neues Projekt auflegen

Des Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat das Bundesamt für Verkehr beauftragt, zusammen mit dem ARE bis zum Sommer 2002 Handlungs-Optionen für das weitere Vorgehen bei der NEAT zu erarbeiten. Auf dieser Grundlage will der Bundesrat bis Mitte Jahr über die Weiterführung der Planung entscheiden.

Der Urner Regierungsrat hat am Montag mit Befriedigung von den Ergebnissen der Studie Kenntnis genommen. Sie zeigten, dass es richtig gewesen sei, wesentliche Verbesserungen der Linienführung zu fordern, heisst es in einer Mitteilung.

Jetzt müssten neue Wege beschritten werden. Der Bundesrat müsse die NEAT aus der Sackgasse führen, indem er deren Linienführung neu festlege, ein neues Auflageprojekt in Auftrag gebe und die nötigen finanziellen Mittel bereitstelle, fordert der Kanton Uri.

swissinfo und Agenturen

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