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Ursache des Heli-Unglücks weiterhin unklar

Beim Helikopter-Absturz im Wallis handelt es sich um den schwersten Unfall seit Helikopter in der Schweiz fliegen. swissinfo.ch

Nach dem schwersten Helikopterunglück in der Geschichte der Schweizer Luftfahrt sind die Ursachen des Zusammenstosses im Unterwallis am Mittwoch (27.09.) im Dunkeln geblieben. Einer der Piloten könnte von der Sonne geblendet worden sein.

Die sieben indischen Opfer wurden zur Repatriierung freigegeben.

An einer Medienkonferenz auf dem Flugplatz Sitten wurde bekannt, dass der bisherige Untersuchungsleiter Remy Henzelin, ein Walliser und früherer Pilot der betroffenen Flugfirma Air-Glaciers, durch Olivier De Sybourg vom Eidgenössischen Büro für Flugunfalluntersuchungen ersetzt wurde.

De Sybourg sagte, beim derzeitigen Stand der Ermittlungen sei es absolut unmöglich, eine Unglücksursache auszuschliessen. Die Zeugen-Einvernahmen dauerten an und seien sehr zeitaufwändig. Der Flugunfallexperte trat damit den Aussagen Henzelins entgegen, der am Mittwochmorgen im Westschweizer Radio erklärt hatte, es scheine sich nicht um einen Pilotenfehler gehandelt zu haben. De Sybourg begründete den Wechsel in der Untersuchungsleitung mit dem Bemühen um Objektivität und Unabhängigkeit.

Bruno Bagnoud, Chef der Air-Glaciers, bezeichnete das Unglück auf dem Fussballplatz von Beuson als Katastrophe. Die beiden Helikopter, die rund 150 Mitglieder einer indischen Touristengruppe auf Rundflüge von je sechs Minuten Dauer genommen hatten, hätten sich vor der Landung auf dem Fussballfeld aus unerklärlichen Gründen gekreuzt, was nicht hätte geschehen dürfen.

Der beim Unglück getötete 50-jährige Pilot könnte möglicherweise von der untergehenden Sonne geblendet worden sein, sagte Bagnoud weiter. Er stützte sich dabei auf die Aussagen des zweiten Piloten, der den Zusammenstoss mit leichten Verletzungen überlebte.

Der Funkverkehr zwischen den beiden Piloten habe bis kurz vor dem Unglück einwandfrei funktioniert. Der ums Leben gekommene Pilot war seit 1990 für Air-Glaciers tätig gewesen und hatte 4’700 Flugstunden absolviert. Der andere, 34-jährige Pilot hat laut Bagnoud eine Erfahrung von 2’000 Flugstunden.

Die Vorschriften, wonach ein Pilot pro Tag maximal sieben Flugstunden absolvieren darf, wurden gemäss dem Air-Glaciers-Chef eingehalten. An den Rundflügen für die indische Touristengruppe war auch ein dritter Helikopter vom Typ «Lama» beteiligt gewesen, der am Nachmittag durch die in das Unglück verwickelte «Alouette 3» ersetzt wurde.

Alle Opfer identifiziert

Die sieben beim Unglück ums Leben gekommenen indischen Touristen – sechs Männer und eine Frau – sind inzwischen alle identifiziert worden. Ihre Leichen wurden vom Untersuchungsrichter zur Repatriierung freigegeben. Die vier Verletzten, darunter drei indische Touristen, befinden sich laut den Behörden in einem stabilen Zustand und kamen mit leichteren Verletzungen davon.

Beileid ausgedrückt

Der Präsident der Walliser Kantonsregierung, Jean-Rene Fournier, zeigte sich schockiert über das bisher schwerste Helikopterunglück in der Schweiz. Im Namen der Regierung und der Bevölkerung sprach er den Angehörigen der Opfer sein tief empfundenes Beileid aus. Ein Mitglied der Walliser Regierung wird an der Trauerfeier für die Opfer in Indien teilnehmen. Ein Vertreter der indischen Botschaft in Bern bezeichnete die Zusammenarbeit mit der Walliser Polizei als ausgezeichnet.

Die Mitglieder der Reisegruppe wurden von Ärzten und drei Psychologen betreut. Einige von ihnen reisten bereits am Mittwochmorgen in ihre Heimat zurück.

swissinfo und Agenturen

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