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Verschiedene Rezepte gegen Börsenkrise

Härtere Sanktionen gegen Fälscher oder grundsätzlich mehr staatliche Kontrolle? Die Schweizer Parteien wollen die Krise der Finanzmärkte unterschiedlich anpacken.

Die Sozialdemokraten (SP) wollen die Finanzmärkte durch eine staatliche Finanzmarkt-Aufsicht zivilisieren. In einem Zehn-Punkte-Programm forderte die Partei am Montag mehr Schutz für die Anleger und eine schärfere Kontrolle des Finanzgebarens und der Rechnungslegung der börsenkotierten Gesellschaften.

Weiter seien im Sinne der Corporate Governance die Löhne und Boni einzeln in den Geschäftsberichten auszuweisen und auch Optionsprogramme erfolgswirksam in der Rechnung zu verbuchen. Die Haftung der Geschäftleitung soll verschärft werden.

Die Schweizer Gesetzgebung hinke der Entwicklung der Finanzmärkte hoffnungslos hinterher, was Spekulanten freie Bahn lasse. Letztlich seien es die Kleinanleger, die für die Folgen des Börsen-Crashs bezahlen müssten.

Bürgerliche wollen härtere Sanktionen, aber keine Einmischung

Der Ruf nach dem Staat stösst bei den Freisinnigen (FDP) auf Ablehnung. Auf einem freien Markt komme es immer wieder zu Über- und Unterbewertungen; dies sei an sich normal, sagte Generalsekretär Guido Schommer.

Er sieht dennoch einen gewissen Handlungsbedarf, um das Vertrauen der Aktionäre in die Grosskonzerne zu erhalten. Die FDP befürwortet härtere Sanktionen gegen Bilanzfälschung und ähnliche Vergehen.

Kurzfristiges Profitdenken Einzelner

Solche Sanktionen prüft auch die CVP. Sie sieht in der Börsenkrise eine Folge von «kreativer Buchführung» und rein finanziellem Profitdenken einzelner Manager und Firmen.

Um kurzfristiges Profitoptimierungs-Denken auf den Chefetagen zu verhindern, will die Partei langfristige Kriterien in die gewinnabhängigen Lohnsysteme einbauen. Vorstellbar sei beispielsweise, dass Optionen erst nach einigen Jahren eingelöst werden dürften. Generell müsse der blinde Glaube in die Aktienmärkte wieder der realen Wertschöpfung weichen.

«Entfilzung»

Für die SVP ist die Börsenkrise auch die Folge einer unheilvollen Vermischung von Politik und Wirtschaft, wobei die Partei vor allem den «FDP-Filz» im Auge hat, wie die stellvertretende Generalsekretärin, Aliki Panayides, sagte.

Sie rechnet damit, dass noch einige unsaubere Machenschaften in Firmen zu Tage kommen werden. Die Leidtragenden die der Entwicklung seien die Kleinanleger und ehrliche kleine und mittlere Unternehmen. Bezüglich gesetzgeberischer Massnahmen hat sich die SVP noch nicht festgelegt.

swissinfo und Agenturen

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