Wengen Tourismus: Gesuch um Nachlassstundung eingereicht
Der mit rund 1,6 Mio. Franken verschuldete Verein Wengen Tourismus hat am Montag (31.07.) beim zuständigen Gerichtskreis das Gesuch um Nachlassstundung eingereicht. Der Verein geriet im Zuge grosser Infrastruktur- Projekte in die roten Zahlen.
Während rund drei Wochen wurde die Buchhaltung von Wengen Tourismus durchforstet und bis Ende Mai à jour gebracht. Dabei seien keine (weiteren) Überraschungen zu Tage getreten, sagte Christian Abplanalp von Treuhand Zwahlen in Interlaken auf Anfrage.
Rechnung 2000 bisher ausgeglichen
Die bisherige Rechnung 2000 präsentiere sich in etwa ausgeglichen. Im vergangenen Jahr hatte Wengen Tourismus rund eine halbe Mio. Franken Verlust eingefahren.
Der Verein strebt nun einen gerichtlichen Nachlass im Prozentvergleich an. Laut Abplanalp kann die vorgeschlagene Dividende je nach Stichtag, den das Gericht festsetzt, variieren. Dies erfolge erfahrungsgemäss in ein paar Wochen und bis dann werde das gewöhnlich gute Kurtaxen-Ergebnis des Monats August vorliegen.
Beim Nachlassverfahren im Prozentvergleich werden per Stichtag die gesamten Schulden und das ganze Guthaben in ein Verhältnis gebracht, das die Dividende ergibt. Die Mehrheit der Schuldner muss zustimmen, wobei zwei Drittel der Forderungen repräsentiert sein müssen.
Die halbjährige Frist dafür läuft, sobald das Gericht das Gesuch um Nachlassstundung akzeptiert hat. Als erstes würden dann der Wert der touristischen Anlagen und die Kosten für ihre Restauration geschätzt, sagte Abplanalp.
Teure Infrastruktur
Die Verschuldung von Wengen Tourismus resultiert vorab aus dem Kauf und Unterhalt von Anlagen wie der Eisbahn, dem Schwimmbad oder den Tennisplätzen sowie einem Beitrag an die Lauberhorn-Beschneiungsanlage.
Wengen Tourismus steht vor allem in der Schuld der Jungfrau Bahn AG und der Genossenschaft Beschneiung Lauberhorn. Zudem schuldet die Organisation verschiedenen Gläubigern im Berner Oberland, so etwa Handwerkern, Geld.
swissinfo und Agenturen
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