www.thunersee.ch:Papier trifft Internet
Die Ferienregion Thunersee rüstet ihren Webauftritt auf. Mit einem Pilotprojekt werden ihre gedruckten Ferienkataloge mit dem Web-Portal verlinkt.
Keine Ferienregion ohne eigene Website. Nun prescht die Region Thunersee, nach eigenen Angaben als welterste, mit einer «PaperLink»- sprich Tastaturkürzel-Lösung vor: Diese ermöglicht dem Nutzer, den gedruckten Ferienkatalog oder die Papierbroschüre mit weiteren Infos aus dem Internet am Bildschirm zu kombinieren. Denn jedes Urlaubsangebot in der Broschüre wird mit einer Artikelnummer, einem Paperlink, versehen.
Wählt sich ein möglicher Gast der Region mit dem Katalog in der einen Hand in die Thunersee-Website ein, kann er dank dieser Broschüre und ihren Codes aus Buchstaben und Zahlen mit der anderen Hand über die Maus schnell und einfach mehr Infos erhalten. Die Region legt zweimal jährlich drei Druckbroschüren auf, die in einer Auflage von 150’000 Exemplaren verschickt werden.
Entwickelt wurde das System «PaperLink» von der Berner Hochschule für Technik und der Firma Code-it.
Zuviele Infos zu unübersichtlich
Beim Anklicken des «PaperLink»-Buttons auf dem Thunersee-Portal erscheint ein zweiter, kleinerer Kasten als Info-Fenster: Dort gibt der Reisende den im Katalog vermerkten Code ein, und die entsprechende Homepage des gesuchten Hotel oder der Ferienwohnung erscheint.
Damit soll die bisher recht unübersichtliche Suche im Internet vereinfacht werden. Allein in der Region Thunersee hat es über 1000 touristische Webpages und zahlreiche Hotels. Diese alle einzeln am Web durchzuforsten, um sich für eines zu entscheiden, ist für jeden surfenden Gast eine Zumutung. Die Artikelnummern sind dabei so einfach, dass sie auch am Natel statt am PC eingegeben werden können.
Ferien-Online-Shopping
Damit entsteht eine schnellere Online-Shopping-Methode als bisher üblich war. Denn man kann den Artikel, oder eben die Hotelnacht, nicht nur am Web einsehen, sondern auch gleich buchen. Werden touristische Websites mit Buchungs-Möglichkeiten verknüpft, entwickeln sich aus den blossen «Pageview»-Statistiken mit der Zeit stattliche Umsätze in Franken und Rappen.
So wurden gemäss dem Analystenhaus Forrester 2001 in den USA erstmals übers Web höhere Umsätze als über alle Reisebüros insgesamt erzielt. In der Schweiz beträgt der Anteil des Online-Kaufens touristischer Leistungen bisher zwar nur wenige Prozentpunkte. Aber die Wachstumsraten sind zweistellig, Wirtschaftskrise hin oder her.
Alexander P. Künzle
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