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Zugfahren wird teurer

Benedikt Weibel, Vorsitzender der SBB-Geschäftsleitung, will vermehrt auf Kooperation mit dem Ausland setzen. Keystone

Die Kosten der SBB steigen weiter. Grund sind unter anderem die laufenden Angebots-Erweiterungen. Die Fahrpreise für das nächste Jahr werden deshalb gemäss SBB-Chef Benedikt Weibel wieder zum Thema.

SBB-Chef Benedikt Weibel verschwieg in einem Interview mit der «Weltwoche» allerdings, wo die Preise ansteigen würden. Zuerst müsse die Teurungs-Entwicklung abgewartet werden. Zu den Prioritäten, die es bei der SBB zu setzen gilt, stellt Weibel das dichte Netz an die erste Stelle. Der Schritt zum Halbstundentakt sei bereits eine enorme Qualitätsverbesserung. Zweite Priorität habe die Pünktlichkeit, an dritter Stelle steht ein ausreichendes Platzangebot.

Mit Leistungen zufrieden

85 Prozent der Kunden zeigten sich laut Umfragen mit den Leistungen der Bundesbahnen zufrieden, so Weibel. Mancherorts seien aber Optimierungen angezeigt. Nebst den Verbesserungen beim Funkverkehr, bestehe insbesondere bei den Bistros in den Doppelstöckern Handlungsbedarf. Deren Einführung sei etwas missglückt, gesteht er.

Bei den internationalen Strategien der SBB weist deren Chef auf den Güterverkehr auf der Nord-Süd-Achse hin. Qualität sei notwenig und dies bedinge auch, dass der Fahrplan eingehalten werde. Langfristig sei es das Ziel, den Güterverkehr der SBB mit der italienischen Bahn (FS) zusammenzulegen. Noch seien aber beide Seiten nicht bereit, eine Fusion sei deshalb im Moment vom Tisch.

Um die Güter vermehrt auf die Schiene verlagern zu können, sei ein internationales Vorgehen angezeigt: Von Rotterdamm bis nach Mailand seien durchgeplante Fahrpläne notwendig. Die im Eisenbahngesetz festgelegte Priorität des Personenverkehrs bereite zeitweise Probleme, sagte Weibel. Gewisse Güterverkehrsprodukte müssten privilegiert behandelt werden können.

Stillstand in England

In England hätte er «das Gefühl eines Stillstands», so Weibel. Man warte immer noch auf eine erste Angebotsvorstellung der sieben involvierten englischen Bahnkonsortien. Die Bedingung, dass die SBB nicht in die Infrastruktur investiere, gelte aber weiterhin.

Internationale Kooperation sei auch angezeigt, um in den kommenden zehn Jahren im Umfeld von 500 Kilometern zum Flugverkehr eine ernsthafte Konkurrenz zu werden. Ein gemeinsames Marketing-und Tarifsystem mit andern Bahnen sei geplant.

Mit Fahrzeitverkürzugen bis zu vier Stunden – was laut Weibel ein erreichbares Ziel ist – könne die SBB durchaus eine Alternative zum Flugverkehr werden. Der Flugverkehr werde aber nicht als Konkurrenz betrachtet. Vielmehr werde insbesondere mit der Swissair auf gewissen Bahnstrecken komplementär gearbeitet.

swissinfo und Agenturen

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