Bessere Gesundheit für Eingewanderte
Die neue Strategie zur Verbesserung der Gesundheit der Migrations-Bevölkerung stösst auf bürgerlicher Seite auf grossen Widerstand. Der Sozialdemokratie gehen die Massnahmen zu wenig weit, insbesondere was Frauen betrifft.
Mit der sukzessiven Erhöhung der finanziellen Mittel auf 9,5 Mio. Franken bis ins Jahre 2006 will der Bund die Gesundheitsförderung der Migrations-Bevölkerung verstärken.
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat dazu ein Strategiepapier mit den Schwerpunkten verbesserter Zugang zur Gesundheitsversorgung, Therapieangebote für traumatisierte Flüchtlinge, Sensibilisierung auf migrations-spezifische Probleme sowie Information und Forschungsarbeit in die Vernehmlassung geschickt.
Die Sozialdemokratische Partei (SP) begrüsst die Initiative und teilt auch das ihr zu Grunde liegende Konzept: Gesundheit ist nicht einfach Abwesenheit von Krankheit, sondern Lebensqualität. Sie will aber besonders die Weiterbildung im Sozialbereich stärker fördern. Weiter müsse der spezifischen Situation von Migrantinnen besser Rechnung getragen werden.
Die Schweizerische Volkspartei (SVP) lehnt das Strategiepapier «Migration und Gesundheit 2002-2006» als Mogelpackung durchwegs ab. In ihrer Stellungnahme kritisiert sie, dass in der Form eines allgemeinen Rundumschlags ein Förder- und Subventions-Programm für Einwanderer und Einwanderinnen vorgelegt werde. Die Massnahmen seien eher dazu geeignet, neue Geldtöpfe für die zuständigen Stellen zu erschliessen, als den Migrierenden zu nützen.
Der Freisinn (FDP) stört sich an der ihrer Meinung zu umfassenden Definition der Migranten. Es müsse unterschieden werden zwischen Migranten, die sich erst seit kurzem oder vorübergehend in der Schweiz aufhalten, und solchen, die seit längerer Zeit im Land lebten.
Auch der Schweizerische Gewerbeverband will bei den gesundheits-fördernden Massnahmen auf die Dauer des Aufenthalts in der Schweiz abstellen. Er befürchtet, dass sonst die Attraktivität des Aysl-Landes Schweiz erhöht wird.
Die CVP wollte sich vorerst nicht zum Papier äussern.
swissinfo und Agenturen
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