Die Schweiz schlottert
Eine arktische Kältewelle hat die Schweiz erreicht. In kurzer Zeit fielen die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt.
Verbunden mit der Bise wurde das Gefühl der Kälte noch verstärkt. Die Nacht auf Freitag war die weitaus kälteste Nacht der noch jungen Wintersaison 2001/2001. Die zum Teil stürmische Bise verstärkte im Flachland das Kältegefühl bis auf minus 30 Grad.
Rekordwerte gemessen
Auf dem Jungfraujoch wurden nach Angaben von MeteoSchweiz minus 30,7 Grad gemessen – die tiefste Temperatur seit Mess-Beginn im Jahre 1961. Stürmische Winde von bis zu 135 km/h verstärkten das Kältegefühl zusätzlich, auf dem Jungfraujoch auf bis zu minus 63 Grad.
Diese sogenannten «Windchill»-Temperaturen werden aufgrund der realen Temperatur und der Windstärke mit Hilfe einer Tabelle ermittelt. Wie ein Sprecher von MeteoSchweiz sagte, sind dies allerdings sehr vage Werte, zumal verschiedene Tabellen im Umlauf sind.
Minus 14,4 Grad im Mittelland
Gegen Morgen wurden nach Angaben von MeteoSchweiz in Bern minus 12 Grad, in Basel minus 10, in Genf minus 8,3 und bei Chiasso minus 7 Grad gemessen. Im östlichen Mittelland wurden bis zu minus 14,4 Grad gemessen.
Der Schneefall hielt sich hierzulande in Grenzen. Im östlichen Mittelland fielen nach Auskunft der MeteoSchweiz bis zu 5 Zentimeter, im Flachland null bis 5 und in den Bergen 3 bis 8 Zentimeter.
Eis und Schnee in ganz Europa
Auch in Deutschland hat mit minus 30 Grad in der Nacht zum Freitag den bisher stärksten Frost dieses Winters erlebt. In den deutschen Alpen herrscht nach den jüngsten Schneefällen grosse Lawinengefahr. In der russischen Hauptstadt Moskau erfroren in der Nacht vier Menschen. Verantwortlich für die eisige Luft in Europa ist das Kältehoch «Anja», wie der deutsche Wetterdienst Meteomedia erklärte.
Starke Schneefälle und Glatteis führten am Freitag zu einem Verkehrschaos in Südfrankreich. Schnee und Eis legten auch in weiten Teilen Italiens den Verkehr lahm. Flüge mussten gestrichen werden, Autobahnen waren Stunden lang unpassierbar. Fast überall in den Alpen und im Apennin gab es ohne Schneeketten kein Weiterkommen. Auch in den südlichen Regionen Apulien und Kalabrien fiel Schnee.
swissinfo und Agenturen
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