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Gay Pride: farbig politisch

Anders als vergangenes Jahr im Wallis war die Gay Pride in Neuenburg willkommen. Keystone

Gegen 4000 Schwule und Lesben zogen mit bunten Musikwagen durch Neuenburg. Sie warben für die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare und für mehr Toleranz.

Nachdem Schwulen und Lesben auf der Neuenburger Expo-Arteplage Ballons in den Himmel steigen liessen, zog die bunte Karawane unter dem Motto «Exp.osez-vous!» durch die Innenstadt. Das Motto soll Mut machen zum Coming out, dazu, sich als Schwule oder Lesben zu erkennen zu geben.

Aufruf zu Toleranz – mit Jean Ziegler

Der Umzug, an dem laut Angaben der Organisatoren rund 4000 Lesben und Schwule teilnahmen, zog fast 30’000 Zuschauer an.

Vertreter der homosexuellen Organisatoren riefen die Bevölkerung auf, mehr Toleranz gegenüber Homosexuellen und Minderheiten zu zeigen. Der Pate der Kundgebung, der ehemaligen Genfer SP-Nationalrat Jean-Ziegler, bezeichnete den Kampf für die Gleichberechtigung Homosexueller als Teil des Kampfes gegen Rassismus und Ausstossung.

Er begrüsste das Vorhaben der registrierten Partnerschaft, kritisierte allerdings, dass dieses zu wenig weit gehe. «Es ist ein Skandal, dass das Projekt Heirat und Adoption ausschliesst», sagte er.

Francois Baur, Präsident der Schwulenorganisation Pink Cross, forderte Schwulen und Lesben auf, sich auch als Familien zu zeigen. Er erinnerte daran, dass ein Drittel der Frauen in Lesbenorganisationen Kinder haben. «Wir brauchen eine Familie», sagte er.

Auch die Neuenburger SP-Nationalrätin Valérie Garbani, die ebenfalls als Patin der Gay Pride fungierte, rief die Homosexuellen dazu auf, sich zu zeigen. «Die Sichtbarkeit ist die einzige mögliche Wahl», sagte sie.

swissinfo und Agenturen

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