Gehirn-Studie: Feinde bleiben haften
Das menschliche Gehirn erkennt Feinde automatisch wieder. Selbst bei flüchtigen Begegnungen werden die Emotionen unbewusst gespeichert und bei einer zweiten Begegnung wieder abgerufen, wie Forscher der Universität Genf herausgefunden haben.
Die Wissenschaftler liessen Probanden gegen virtuelle Gegner spielen. Nach Ende des Spiels wurde ihnen für rund zwei Sekunden ein Bild mit dem Gesichtsausdruck des Gegenspielers gezeigt.
Die insgesamt 16 verschiedenen Gesichtsausdrücke signalisierten dem Spieler dabei einen «Feind» oder einen «Freund».
Mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanz-Tomografie untersuchten die Forscher etwa zehn Minuten später, was im Gehirn passiert, wenn die Probanden den Gegenspieler wieder sehen.
Es zeigte sich, dass dieser selbst dann einen Eindruck auf das Gehirn der Probanden hinterliess, wenn sich sein Gesichtsausdruck völlig änderte.
Am markantesten war die Gehirnreaktion auf Gesichter, die als feindlich wahrgenommen wurden, wie die Universität Genf mitteilte. Ein Beispiel dafür war ein lachendes Gesicht, wenn der Proband das Spiel verloren hatte, oder ein verärgertes Gesicht, wenn der Proband gewonnen hatte.
Es zeigte sich aber auch, dass die Erinnerung unbewusst ablief. «Die Probanden erinnerten sich nicht an die Details der ersten Begegnung, aber ihr Gehirn hatte sie gespeichert», sagte Pascal Vrticka, der Erstautor der im Fachmagazin Social Neuroscience erschienenen Studie.
swissinfo.ch und Agenturen
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